Weniger Geld für Eigenkapital

Sparen, aber nicht an der Beratung

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Battenberg - Niedrige Zinsen sind nicht nur für Bankkunden ärgerlich: Auch die Sparkasse Battenberg bekommt derzeit für ihr Eigenkapital weniger Geld. Auch immer mehr gesetzliche Vorgaben belasten das Institut, das zu den kleinsten Sparkassen in Deutschland gehört. Steigende Effizienz soll das ausgleichen.

Vorstandschef Gert Gläser, Vorstandsmitglied Reinhold Clemens und der Verwaltrungsratsvorsitzende Heinfried Horsel stellten gestern die Zahlen für das Jahr 2012 vor.

Demnach ist das Geschäftsvolumen im Vergleich zu 2011 von 181,9 auf 184,4 Millionen Euro gestiegen. Kundenkredite und Einlagen, also das Geld, dass auf Konten und Sparbüchern liegt, halten sich fast die Waage: Das Kreditvolumen liegt bei 140,3 Millionen Euro, die Kunden haben Einlagen in Höhe von 140,7 Millionen Euro. Beide Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. „Sparkassen genießen Vertrauen bei der Bevölkerung“, sagte Gert Gläser. „Angesichts des wirtschaftlichen Umfelds sind wir zufrieden“, ergänzte Clemens. Insgesamt sei das Jahr 2012 schwieriger als 2011 gewesen, sagt Gläser. Die Sparkasse Battenberg machte leicht rückläufige Gewinne und musste das kompensieren – wenngleich Kosten kaum zu reduzieren sind.

Durch das niedrige Zinsniveau hat die Sparkasse Battenberg weniger als in vergangenen Jahren von ihrem Eigenkapital in Höhe von rund 20 Millionen Euro profitiert. Wie sich die Zinseln entwickeln, wollten weder Gert Gläser noch Reinhold Clemens vorhersagen. Beide rechnen in nächster Zeit mit leichten Schwankungen auf jetzigem Niveau.

Weil die Sparkasse also mit Zinsen kaum Geld verdient, muss gespart werden. Ein Personalabbau steht nicht zur Debatte, doch gerade die Mitarbeiter sind der größte Kostenfaktor. Teilzeitregelungen und flexible Arbeitszeiten sollen die Effizienz erhöhen. In Rennertehausen und Bromskirchen sind die Geschäftsstellen in diesem Jahr so verknüpft worden, dass die Filialen zwar an weniger Tagen, dann aber auch bis 18 Uhr erreichbar und dauerhaft mit zwei Mitarbeitern besetzt sind.

Das habe sich bewährt, ähnliches ist deshalb ab September in den Geschäftsstellen in Dodenau und Reddighausen geplant. Gerade die Erreichbarkeit der vertrauten Berater sei für die Kunden von Bedeutung, betonen Gläser und Clemens. „Beratung und Service sind wichtige Komponenten.“

Die Mitarbeiter seien hochmotiviert, berichten beide – schließlich wollen die Angestellten dazu beitragen, dass die Sparkasse Battenberg eigenständig gehalten werden kann.

Doch immer neue Auflagen, die von größeren Instituten einfacher zu bewältigen sind, stellen den Vorstand vor Probleme. Sie müssen beispielsweise Sicherheitsbeauftragte benennen oder Geldwäsche-Experten ausbilden. „Wie streben eine engere Kooperation an mit den sieben anderen kleinen Sparkassen in Hessen, um der wachsenden Regularien Herr zu werden“, sagt Gert Gläser.

Insgesamt sind 24199 Sparkonten bei der Sparkasse registriert. Die Zahl stagniert nahezu. Jährlich würde die Sparkasse etwa 20 bis 40 Kunden verlieren, sagte Gert Gläser. Der größte Teil entfällt mit 15642 auf Sparkonten. Außerdem gibt es 925 Geschäftskonten und 7456 Privatgirokonten sowie 176 Termingeldkonten.

Wegen der niedrigen Zinsen seien im vergangenen Jahr Ersparnisse oft in Sachwerte umgewandelt worden, berichteten Gläser und Clemens. Kunden haben also zum Beispiel das eigene Haus saniert. Der private Wohnungsbau stagniere hingegen.

Zum Jahresende 2012 hatte die Sparkasse 60 Beschäftigte, davon vier Auszubildende. Von den damals noch acht Geschäftsstellen ist die Filiale in Oberasphe inzwischen geschlossen worden.

Insgesamt 32000 Euro hat die Sparkasse im vergangenen Jahr an Vereine und Institutionen in der Region gespendet. Weitere 21000 Euro wurden über die Stiftung „Gut für das Obere Edertal“ ausgeschüttet.

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