Nur noch bis Ende August rollt die „fahrbare Geschäftsstelle“ durch das Waldeck-Frankenberger Land

Sparkassen-Bus ist auf Abschiedstour

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Waldeck-Frankenberg - Kreisweit unterhält die Sparkasse Waldeck-Frankenberg ein Netz aus 47 Geschäftsstellen – wobei es eigentlich nur 31 sind. Denn in 16 Dörfern macht die „fahrbare Geschäftsstelle“, also der „Sparkassen-Bus“, einmal in der Woche Station. Dieser Service wird allerdings Ende August eingestellt. Die Nachfrage ist zu gering.

Überwiegend kleine Dörfer im Süden und Südosten des Landkreises fährt der Sparkassen-Bus einmal in der Woche an: darunter sechs Frankenberger Stadtteile. Geöffnet hat die „mobile Filiale“ in diesen Orten zu festen Zeiten: jeweils für eine halbe bis drei Stunden. Kunden können in der „fahrbaren Geschäftsstelle“ Bargeldgeschäfte und Zahlungsverkehr tätigen. Wollen sie beraten werden, müssen sie schon jetzt eine der 31 stationären Filialen in Waldeck-Frankenberg aufsuchen. Dort oder an den kreisweit 50 Geldautomaten müssen sie ab dem 1. September auch die Geschäfte tätigen, für die sie bislang die „fahrbare Geschäftsstelle“ aufgesucht haben. Denn der „Geld-Bus“ wird eingestellt.

Das Angebot sei in der letzten Zeit immer weniger nachgefragt worden, erläutert Karlheinz Göbel auf WLZ-FZ-Anfrage. „Die Kunden heben das Geld da ab, wo sie es auch ausgeben, also vor allem in den Mittelzentren.“

50 Geldautomaten im Kreis

Außerdem seien in der „mobilen Filiale“ die Voraussetzungen „für eine qualifizierte Beratung nur noch bedingt gegeben und genügen den heutigen Ansprüchen unserer Kunden nicht mehr“, nennt der Sprecher der Sparkasse Waldeck-Frankenberg einen weiteren Grund. „Unsere Entscheidung für diese Maßnahmen ist auf Basis der veränderten Bedarfs- und Nutzensituation entstanden“, teilt die Sparkasse in einer schriftlichen Erklärung mit. Dem Bedarf an „zeitlich unabhängiger Nutzung von Selbstbedienungseinrichtungen entsprechend“ habe die Sparkasse das Geschäftsstellennetz verstärkt mit Selbstbedienungseinrichtungen ausgestattet. Außer den 50 Geldautomaten werden auch 55 sogenannte SB-Terminals betrieben, an denen unter anderem Kontoauszüge ausgedruckt oder Überweisungen aufgegeben werden können. Eines dieser Terminals steht in Hemfurth, wo bislang zusätzlich einmal in der Woche die „fahrbare Geschäftsstelle“ geöffnet hatte. Folgende weitere Dörfer sind bislang von der Sparkasse Waldeck-Frankenberg angefahren worden: Bergheim, Eder-bringhausen, Frebershausen, Geismar, Gellershausen, Haine, Haubern, Hommershausen, Kleinern, Mandern, Niederorke, Rengershausen, Schreufa, Wangershausen und Wellen.

„Als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut stehen wir im Wettbewerb und müssen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen handeln“, heißt es von den Sparkasse als Begründung. Den Kunden der „fahrbaren Geschäftsstelle“ werde angeboten, „ab September die Serviceleistungen in der Sparkassen-Geschäftsstelle zu nutzen, in der sie bereits durch ihren persönlichen Berater qualifiziert betreut werden“.

Bei der Fusion der heimischen Sparkassen brachten sowohl die Frankenberger als auch die Waldecker einen Bus in den gemeinsamen Fuhrpark ein. 2002 trennte sich die Sparkasse von einem. Die zweite „rollende Geschäftsstelle“ wurde fünf Jahre später gegen einen neuen Bus eingetauscht.

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