Erste reine Frauenmannschaft in der Geschichte der Feuerwehren im Kreis siegt in Friedrichshausen

Mit Spaß und Herzblut an die Spitze

Das erste rein weibliche Feuerwehr-Wettkampfteam in Waldeck-Frankenberg hat gleich den Frankenberger Stadtpokal gewonnen: Meike Kroll, Anne-Katrin Sommerlad mit Tochter Nele, Julia Paulus, Jennifer Seibel, Katrin Röhle und Annika Mann (von links) sowie ih

Frankenberg-Viermünden - Zum ersten Mal ist bei einem Stadtpokalwettbewerb für Feuerwehren in Waldeck-Frankenberg eine reine Frauenmannschaft an den Start gegangen - und die Viermündenerinnen haben die gesamte männliche und gemischte Konkurrenz hinter sich gelassen.

Sie wussten, dass sie gut sind - aber dass sie besser sein würden als alle anderen, das ahnten die sechs Frauen nicht, als sie voller Aufregung in Friedrichshausen an den Start gingen. Julia Paulus, Katrin Röhle, Jennifer Seibel, Meike Kroll, Annika Mann und Anne-Katrin Sommerlad, alle zwischen 20 und 26 Jahre, haben am Sonntag den Stadtpokal der Frankenberger Feuerwehren gewonnen (wir berichteten).

Alle sechs sind aktive Mitglieder in der Viermündener Feuerwehr und „mit Herzblut dabei“, sagt Katrin Röhle; nicht nur, wenn es um die Arbeit in der Jugendfeuerwehr oder die Versorgung der Helfer beim Umbau des Gerätehauses geht, sondern auch, wenn die Leitstelle zum Einsatz ruft. Bis auf eine sind sogar alle Atemschutzgeräteträgerinnen, und alle sechs waren auch als Jugendliche in der Viermündener Jugendfeuerwehr aktiv. Die Idee, mit einem rein weiblichen Team beim Stadtpokal zu starten, habe es schon länger gegeben, berichtet Julia Paulus. Der Plan konnte aber nicht umgesetzt werden - bis jetzt. Mit insgesamt sieben aktiven Frauen in der Wehr standen die Chancen in diesem Jahr gut, dass endlich eine Frauenmannschaft würde antreten können. - Für die Teams aus den anderen Stadtteilen war die rein weibliche Konkurrenz eine Überraschung. Nur die Männer aus dem eigenen Dorf wussten davon. Sie unterstützten die „Mädelsstaffel“ auch bei der Vorbereitung: Andre Diehle, Björn Kruppa und Jörg Paulus fungierten als Trainer.

Mit Engagement und Spaß

„Wir wollten nicht Letzte werden“, umschreibt Julia Paulus die Zielsetzung. Durch gründliche Vorbereitungen hatten die Feuerwehrfrauen sicher gestellt, dass das nicht passiert: In den vergangenen fünf Wochen haben sie für den praktischen Teil trainiert (siehe Kasten). Außerdem haben sie fleißig für den Fragebogen gelernt.

Acht Minuten und 30 Sekunden sind für den gesamten Löschangriff vorgesehen, acht Minuten brauchten die Frauen und sammelten dabei 100 Prozent der möglichen Punkte - unter anderem, weil Jennifer Seibel als Staffelführerin alle Kommandos wortwörtlich auswendig gelernt hatte, was wichtige Punkte brachte.

Während die Frauen von ihrem Sieg überwältigt waren, zeigte sich André Diehle im Nachhinein nicht allzu überrascht. „Wer sich mit der Materie auskennt und ihre Leistung gesehen hatte, wusste, was passiert“, sagt er nicht ohne Stolz.

Für die Viermündener gab es ohnehin Grund zur Freude: Denn den zweiten und dritten Platz beim Stadtpokal belegten die Viermündener Männerteams - somit machte der Stadtteil sämtliche Platzierungen unter sich aus. Neid habe es bei den männliche Kollegen im Dorf nicht gegeben, freuen sich die erfolgreichen Frauen. Das bestätigt André Diehle und hat auch gleich die Erklärung parat: „Ohne die Frauen würde es hier nicht so laufen“, weist er auf die Bedeutung der weiblichen Kameraden in der Viermündener Wehr hin und nennt als Beispiel ihr Engagement in der Jugendfeuerwehr.

Die Frauen sind nicht nur engagiert bei der Sache, sondern auch mit viel Spaß. Und auch, wenn sie schon seit einiger Zeit ihre eigenen, pinkfarbenen T-Shirts mit der Aufschrift „Frauen an den Brand-Herd“ haben: Sie fühlen sich absolut als Teil der Feuerwehr und der Einsatzabteilung.

Von Andrea Pauly

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