Windkraft in Gemünden

Spatenstich für Windräder schon in diesem Jahr möglich

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Gemünden - Militärische Bedenken sind weitgehend ausgeräumt, die naturschutzkundliche Erhebung ist abgeschlossen - es sieht gut aus für das Windkraft-Projekt in Gemünden. Geplant sind inzwischen sogar bis zu elf Anlagen.

Die Zeichen stehen gut für den Bau der Windräder, die auf dem Graurück zwischen Schiffelbach und der Kernstadt geplant sind. „Die naturschutzkundliche Erhebung ist abgeschlossen“, berichtet Heike Bayerköhler, Pressesprecherin der federführenden Energie Wal­deck-Frankenberg, die über ihre Tochterfirma VEW das Projekt plant und umsetzen will. Noch allerdings läge das Ergebnis der Untersuchungen dem Unternehmen nicht vor.

Die naturschutzkundliche Erhebung ist einer der Grundsteine für die Erteilung der Baugenehmigung, die die EWF-Tochter allerdings ebenfalls noch nicht beantragt hat. „Die EWF stellt Anträge immer erst dann, wenn alle Voraussetzungen geklärt sind“, sagt Bayerköhler. Neben dem Thema Naturschutz war vor allem die militärische Komponente der geplanten Anlagen ein bedeutendes Thema: „Es sind noch Abstimmungen mit der Bundeswehr bezüglich des Stützpunktes in Fritzlar nötig“, erklärte Bayerköhler und berief sich auf Aussagen des zuständigen Projektleiters Stefan Kieweg. Die meisten militärischen Bedenken seien jedoch ausgeräumt, bestätigte Bürgermeister Frank Gleim mit Blick auf die Flugrouten der in Fritzlar stationierten Tiger-Kampfhubschrauber.

Ausschreibung läuft schon

Schließlich geht es laut Kieweg noch um die Beurteilung der Anlagen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz - die erfolge zum Schluss. „Dazu müssen wir aber wissen, wie viele Anlagen gebaut werden“, sagte Bayerköhler. Auch die Technik der Anlagen ist dabei von Relevanz. „Die Ausschreibung läuft bereits“, gab Bayerköhler daher bekannt - das Projekt scheint also zumindest aus Sicht des Unternehmens weit genug gediehen, um eine erfolgreiche Umsetzung als wahrscheinlich anzunehmen.

Geplant sind inzwischen, anders als bei der Bekanntgabe des Projekts, nicht mehr vier bis acht, sondern fünf bis elf Windräder, die auf der Anhöhe nahe Schiffelbach entstehen könnten. Heike Bayerköhler sagte, es gelte, „für alle Beteiligten Fakten und belastbare Ergebnisse“ zu schaffen. Dennoch gab sie sich optimistisch: Ein Spatenstich für das Projekt noch im Laufe dieses Jahres sei wahrscheinlich und aus Sicht der EWF auch wünschenswert. Bereits bei der Eröffnung des EWF-Kundencenters in Battenberg Anfang Januar (FZ berichtete) hatte sich EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller gegenüber der Frankenberger Zeitung ähnlich ausgedrückt.

Die Windanlagen sollen auf einem etwa 450 Hektar großen Gebiet entstehen, das teilweise der Stadt, teilweise den Schiffelbacher Waldinteressenten gehört. Einnahmen aus Pacht und Zweitverwendung sollen zwischen Stadt und Interessenten zu je 50 Prozent geteilt werden. Für jede Anlage muss ein etwa ein Hektar großes Gebiet Wald gerodet werden. Ein Drittel davon kann nach dem Bau wieder aufgeforstet werden. Die Gewerbesteuer aus dem Projekt kommt zu 100 Prozent der Stadt zugute - über die eigens gegründete Windpark Gemünden GmbH.

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