Spenden-Fehler kostet den TSV Urfftal 51.000 Euro

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Hartmut Mitze.

Frankenberger Land. Der TSV Urfftal (Schwalm-Eder-Kreis) schuldet dem Finanzamt 51 000 Euro. Grund sind fehlerhaft ausgestellte Spendenquittungen. Dieses Schicksal könne andere Vereine auch treffen, sagt der Frankenberger Rechtsanwalt Hartmut Mitze, der Insolvenzverwalter des TSV Urfftal ist.

Mit einer Überprüfung durch das Finanzamt müssten alle Vereine rechnen, „die sich unternehmerisch betätigen, und sei es nur beim Würstchen- und Getränkeverkauf anlässlich von Spielen oder Festen“, sagt Mitze.

Die Mitglieder haben persönlich nichts zu befürchten, im schlimmsten Fall könnte aber der Vorstand haftbar gemacht werden. "Nach meinen bisherigen Erkenntnissen gehe ich allerdings davon aus, dass eine persönliche Haftung nicht besteht, da Voraussetzung hierfür wäre, dass der Vorstand vorsätzlich oder grob fahrlässig die fehlerhaften Spendenquittungen ausgestellt hat."

Der Rechtsanwalt rät deshalb: Jeder ehrenamtliche Vorstand sollte sich mit seiner Tätigkeit ausreichend auseinandersetzen und Fortbildungen nutzen, die die Sportverbände, die VHS und andere anbieten.

Der Fehler des TSV Urfftal lag darin, dass für die Leistungen der Vereinsmitglieder, die für den Verein ehrenamtliche Tätigkeiten ausüben (wie zum Beispiel Training, Mannschaftsbetreuung, Instandhaltung der Sportstätten oder Würstchenverkauf an Spieltagen), Spendenquittungen erstellt worden sind, obwohl tatsächlich keine Spenden erfolgt sind. Vielmehr sollten durch die Erstellung der Spendenquittungen nur die Leistungen der Vereinsmitglieder für den Verein, sozusagen als Aufwendungsersatz, abgegolten werden.

Ein solches Vorgehen ist jedoch nur unter den Voraussetzungen möglich, dass den ehrenamtlichen Mitarbeitern für die erbrachten Leistungen ein Aufwendungsersatzanspruch durch Vertrag, Satzung oder Vorstandsbeschluss eingeräumt worden ist, der bereits vor Erbringung der ehrenamtlichen Leistung bestanden hat. Mangels einer entsprechenden Regelung in der Vereinssatzung bzw. eines entsprechenden Vorstandbeschlusses wurden die Voraussetzungen durch den TSV jedoch nicht erfüllt. (jpa)

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Quelle: HNA

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