Ernsthausen

Spender-Niere schenkt Beate Kleinwächter ein neues Leben

- Burgwald-Ernsthausen (jos). „Es war wie ein Sechser im Lotto“, sagt die zweifache Mutter Beate Kleinwächter über die Nachricht aus der Marburger Uniklinik, dass es eine passende Spender-Niere für sie gibt.

Als am späten Abend ihr Telefon klingelt, erkennt Beate Kleinwächter sofort die eingeblendete Nummer – es ist die Marburger Uniklinik.

Seit drei Jahren steht die Ernsthäuserin zu diesem Zeitpunkt auf der Warteliste von Eurotransplant. Mit fünf bis sieben Jahren Wartezeit müsse sie rechnen, haben ihr die Ärzte gesagt. Doch schon heute Abend wird ein Anruf ihr Leben verändern. Die beiden Kinder sind schon im Bett und ihr Mann Frank ist nicht zu Hause, als die Klinik ihr mitteilt: Es gibt eine passende Niere.

Beate Kleinwächter ist zunächst völlig perplex. Ob sie einen Infekt oder irgend eine andere Krankheit habe, wollen die Ärzte wissen. Nein, alles ist in Ordnung. Das Organ kann wahrscheinlich transplantiert werden. Bis Mitternacht soll die Ernsthäuserin in Marbug sein – das ist in anderthalb Stunden.

Beate Kleinwächter ruft ihren Mann auf dem Handy an. Der eilt sofort nach Hause, die beiden packen ein paar Sachen ein und machen sich schnell auf den Weg nach Marburg. In der Klinik angekommen stehen unzählige Untersuchungen an. Nach etwa drei Stunden steht fest: Beate Kleinwächter kann ein Spender-Organ empfangen.

Doch bevor die Ärzte tatsächlich grünes Licht für die Operation geben, vergehen noch einmal knapp zwei Stunden. „Ich habe fast kein Auge zugemacht“, beschreibt Ehemann Frank Kleinwächter die Stunden zwischen Hoffen und Bangen in der Marburger Uniklinik. Erst morgens um halb sechs steht endgültig fest, dass die Niere transplantiert werden kann.

Gegen neun Uhr am Morgen des 22. Juni 2007 startet die Operation. In den Stunden zuvor hat sich Beate Kleinwächter mit vielen Gedanken gequält – auch an den Spender des Organs. Die Niere ist am Vorabend gegen 18 Uhr in Frankfurt entnommen worden. Mehr wissen die Kleinwächters nicht und werden sie auch nie erfahren.

Ein Mensch ist gestorben. Und mit seinem Tod hat er Beate Kleinwächter ein neues Leben geschenkt.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ am Samstag.

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