Betrüger erbeuten fast 10 000 Euro in vier Spielhallen in Frankenberg

Spielautomaten manipuliert

Frankenberger Land. Das Marburger Landgericht hat einen 47-Jährigen aus dem Sauerland zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er zwei Männern dabei geholfen haben soll, in vier Spielhallen in Frankenberg Spielautomaten zu manipulieren, sodass diese ungerechtfertigte Gewinne in Höhe von fast 10 000 Euro ausgeworfen haben. Das Verfahren gegen die beiden Hauptangeklagten wurde abgetrennt und wird im Mai weiter verhandelt.

Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft vier Männer wegen Computerbetrugs angeklagt. Zwei 39-jährige und 33-jährige Dortmunder sollen neben den vier Frankenberger Fällen auch in Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern in Spielhallen Spielautomaten mittels eines kleinen Loches und eines Metalldrahtes manipuliert haben und so weitere gut 3000 Euro erbeutet haben. An einem Fall, bei dem der „Erlös“ nur 205 Euro betragen hat, soll ein 28-jähriger aus München dem 39-jährigen Dortmunder geholfen haben. Dieser zeigte sich geständig und wurde ebenfalls zu einer Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu insgesamt 1800 Euro verurteilt. Er nahm den Schuldspruch ebenso wie der Sauerländer an, so dass die Urteile rechtskräftig sind.

Der 47-Jährige wurde wegen Beihilfe zum Computerbetrug in besagten vier Fällen verurteilt sowie einem Versuch in einer Spielothek in Korbach, bei dem die Täter mangels Geld im Automaten erfolglos blieben. Das Gericht glaubte seinen Angaben, die beiden Haupttäter erst am Tag der Taten kennengelernt zu haben. Er räumte ein, die Aufsicht abgelenkt zu haben.

„Ich bin ein Zocker, ich habe einen Fehler gemacht und ich stehe dazu“, betonte er. 200 Euro habe er für seine Hilfe erhalten, „da sind Sie aber recht billig gewesen“, befand Staatsanwalt Sebastian Brieden. Laut Urteil muss der Sauerländer eine Geldstrafe von 330 Tagessätzen, insgesamt 4950 Euro, zahlen.

Währen der ältere über seinen Anwalt verlauten ließ, dass er sich eventuell zum Folgetermin äußern werde, legte der andere Dortmunder ein Geständnis ab. Allerdings habe er nicht als Mitglied einer Bande gehandelt, wie es die Anklage sieht. Er und der 39-Jährige seien die alleinigen Täter auch in Frankenberg und Korbach gewesen, der inzwischen Verurteilte habe nur geholfen. Hintergrund: Für Bandendiebstahl sieht das Gesetz eine höhere Strafe vor. Eine Bande muss jedoch aus mindestens drei Personen bestehen. Wie sein Verteidiger ausführte, habe sein Mandant die Taten im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen, denn er leide an einer krankhaften Spielsucht. (kse)

Quelle: HNA

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