Bezirksärztekammer

An der Spitze des "Ärzte-Konsulats"

Frankenberg - Die Bezirksärztekammer hat einen "Neuen" - aber der Nachfolger des Vorsitzenden Dr. Klaus Uffelmann ist in der Verbandspolitik bei weitem kein Unbekannter.

Die Delegiertenversammlung der hessischen Ärztekammer bestätigte Ende August erwartungsgemäß den Nachfolge-Vorschlag aus dem Bezirk. Seither steht der Frankenberger Arbeitsmediziner Dr. Paul Otto Nowak - zunächst bis 2018 - der Bezirksärztekammer mit Sitz in Marburg vor.

Der 56-Jährige Vertreter des Marburger Bundes (MB) begann seine Karriere als Internist in Krankenhäusern im nördlichen Nachbarkreis. Heute arbeitet er als Arbeitsmediziner für verschiedene Unternehmen in der Region, zum Beispiel für die Burgwalder Bäckerei Müller. Und Nowak liebt Vergleiche, die veranschaulichen was er tut: „Die Arbeitsmediziner sind der TÜV, die Allgemeinmediziner sind die Werkstatt“, sagt der Ehemann einer Frankenberger Hausärztin zum Beispiel schmunzelnd. Und fühlt sich wohl in seinem Job, „in dem ich schon in viele Berufe reinschnuppern durfte, die ich nie selbst ausüben wollte“.

Als Arbeitsmediziner lerne man viel über das „wahre Arbeitsleben“ mit allem „Lärm, Hitze, Qualm oder Dämpfen“, denen seine Gegenüber an ihren Arbeitsplätzen bisweilen ausgesetzt seien.

Auch die berufspolitische Arbeit ist ihm seit langem vertraut: Dr. Nowak ist seit seinem Studium Mitglied im Marburger Bund, der angestellte und beamtete Ärzte in Deutschland vertritt. Bis 2003 war er Mitglied im MB-Landesvorstand, seitdem arbeitet er im Arbeitskreis Notfallmedizin des Bundesverbandes des MB mit. Auch in der Ärztekammer ist er seit vielen Jahren aktiv: als Delegierter der Bezirksärztekammer Marburg und der Landesärztekammer seit 1994. Von 1996 bis 2008 saß er für den Marburger Bund im Präsidium der Landesärztekammer. Seit 1997 ist er Delegierter beim Deutschen Ärztetag.

Inhaltlich will er das fortsetzen, was sein Vorgänger stets als vorrangig gesehen hat: Angelegenheiten und Probleme, die zwischen Ärzten, Patienten und Apothekern manchmal auftreten, möglichst im direkten Gespräch - „auf dem kleinen Dienstweg“ - erledigen. „Was man persönlich anspricht, läuft meist besser“, weiß auch der Frankenberger Mediziner.

von Michael Agricola

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare