Gemünden/Battenberg

Die Sprache als Schlüsselqualifikation

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- Gemünden / Battenberg. (gl). DRK-Kitas in Gemünden und Battenberg starten das Modellprojekt „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“. Durch gezielte Sprachförderung sollen Kinder aus Migrantenfamilien einen natürlichen Zugang zur deutschen Sprache erhalten – und damit eine bessere Perspektive für ihre Zukunft.

Vier Jahre lang dürfen sich die Kindertagesstätten des Roten Kreuzes in Gemünden und Battenberg „Schwerpunkt-Kita Sprache und Integration“ nennen. Am Mittwoch nahmen die Leiterinnen Margret Pohlmann (Gemünden) und Wilfriede Frank (Battenberg) den Bescheid zur Aufnahme in das gleichnamige Projekt des Bundesfamilienministerium entgegen.

Ziel des Projektes ist es, Kindern mit Migrationshintergrund, aber auch jungen deutschen Muttersprachlern, einen natürlichen Zugang zur Sprache zu gewähren. „Sprache ist der Schlüssel zur Gesellschaft“, sagte Gemündens Bürgermeister Frank Gleim bei der Vorstellung des Projektes in der Kita „Wolkenland“. In der Gemündener Kernstadt seien etwa 25 Prozent aller Mitbürger ausländischer Herkunft, insbesondere aus Osteuropa und Russland. „Wir brauchen diese Menschen für die Zukunft“, sagte Gleim, daher sei es wichtig, den Nachwuchs so früh wie möglich an die deutsche Sprache heranzuführen.

Verbunden mit der Teilnahme an dem Modellprojekt sind finanzielle Förderungen für die Tagesstätten. Verteilt auf vier Jahre erhält die Einrichtung in der Wohrastadt 93 700 Euro, in Battenberg sind es 2000 Euro mehr. Die Summe entspricht dem vollen Lohn für eine halbe Stelle. Während Frank eine ihrer in Halbzeit tätigen Mitarbeiterinnen künftig Vollzeit arbeiten lassen möchte, plant Pohlmann die Einstellung einer weiteren Person. „Je höher der Personalschlüssel pro Kind, desto besser ist das für die Arbeit mit den Kindern“, begründete sie diesen Schritt. Die Mitarbeiterinnen sollen in frühkindlicher Sprachbildung geschult werden. Die Ergebnisse der 4000 teilnehmenden Kindertagesstätten – davon mehr als 250 in Hessen – werden bundesweit verglichen und wissenschaftlich ausgewertet.

„Kinder lernen in der Beziehung zu Erwachsenen“, erklärte Margret Pohlmann. Deshalb wolle sie in ihrer Kindertagesstätte mit einem sogenannten „alltagsintegrierten Modell“ arbeiten. Die Kinder sollen also nicht gezeigt bekommen „Das ist eine Flasche, das ist ein Stuhl“, sondern im alltäglichen Umgang miteinander die deutsche Sprache erlernen. Keinesfalls wolle sie es unterbinden, wenn sich die Kinder untereinander in ihrer Muttersprache unterhalten: „Es ist wichtig, die Muttersprache zu achten. Nur, wenn sie sich wohlfühlen, dann lernen sie gut eine Zweitsprache“. Zwei Sprachen zu beherrschen habe für die Kinder auch im späteren Leben Vorteile.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 25. März

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