Dodenauer erwandern Köhlergeschichte

Auf den Spuren der alten Meilerplätze

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Förster Siegfried Stute (rechts) informierte zur Geschichte des Waldes und zur Bedeutung der nachhaltigen Forstwirtschaft.

Battenberg-Dodenau - Rund 100 Teilnehmer sind gestern zu den Plätzen gewandert, wo unter harten Bedingungen Kohle gewonnen wurde. Vermutlich hat es mehr als 300 solcher Meiler in den Dodenauer Wäldern gegeben.

In der „Rückersau“ ist ein Meiler besonders gut erkennbar - zumindest, wenn Manfred Glöser darauf hinweist. An kahlen Stellen in der Wiese kann man sogar kohlschwarze Stellen sehen. Glöser hat sich intensiv mit der Geschichte der Kohlenmeiler befasst und gemeinsam mit Bernd Müller die Wanderstrecke ausgearbeitet.

Die Meiler sind ein wichtiger, aber in der Vergangenheit wenig beachteter Teil der Dodenauer Geschichte. Im Zuge der Vorbereitungen der 825-Jahrfeier und der Grenzgänge befasste sich Glöser intensiver damit. Daraus entstand im Verein „825 Jahre“ die Idee, selbst Kohle zu gewinnen. Seit drei Wochen raucht der Meiler am Wildgehege, am nächsten Samstag wird er geöffnet (FZ berichtete). Die Wanderer starteten gestern morgen bei Regen an den Überresten des Forsthauses Elbrighausen. Auch beim Grenzgang 2009 und beim Jubiläum „300 Jahre Grenzbeschreibung“ vor zwei Jahren war der Platz eine Station gewesen - die Kohlenmeiler hatten damals aber nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Durch den Elbrighäuser Grund marschierten sie durch drei Seitentäler.

In der „Rückersau“ informierte Förster Siegfried Stute über die Entwicklung heimischer Wälder: Im 17. Jahrhundert sei der Wildbestand überhöht gewesen. Dann wurde der Begriff der „Nachhaltigkeit“ geprägt, um den Wald zu schützen und dauerhaft forstwirtschaftlich nutzbar zu machen. „Und man begann, Nadelhölzer einzubringen“, berichtete Stute. Rotwild war über mehrere Jahrzehnte lang gar nicht mehr im Wald.

Um Eisenhütten zu beliefern, gewann die Köhlerei an Bedeutung. Zudem gab es in Dodenau viele Schmiede: In den Jahren 1800 bis 1875 sind im Dorf unter anderem 59 Nagelschmiede, 25 Schmiede und fünf Grobschmiede registriert.

Zahlreiche Meilerplätze hat Manfred Glöser ausfindig gemacht, wenngleich nicht alle - vermutlich sind es mehr als 300. Mehr als 200 der Standorte hat er in einer Karte vermerkt. Im 19. Jahrhundert wurde die Holzkohle schließlich nicht mehr im großen Maße benötigt. Holz aus den heimischen Wäldern wurde aber beispielsweise beim Bau der Bahnstrecken für Schwellen verwendet.

Die Wanderer liefen weiter in Richtung der Heideköpfe, vorbei an weiteren Meilerplätzen. Nach der Mittagspause nahe des Hofs Fallgrube ging es weiter, teilweise entlang der Grenze, zum Wildgehege, wo sich ein geselliges Beisammensein anschloss.

Mitglieder des TSV hatten die Organisation und die Bewirtung übernommen. Am Startpunkt begrüßte Ortsvorsteher Wolfgang Stein die Gäste. Er ist auch Vorsitzender des Vereins „825 Jahre“.

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