Neue Chronik der Allendorfer Kirche

Spurensuche bis in die Gegenwart

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Friedhelm Pfuhl an seinem häuslichen Arbeitsplatz, wo er die Chronik erstellte. Foto: Erwin Strieder

Allendorf (Eder) - Auf rund 250 Seiten beschreibt Friedhelm Pfuhl die Geschichte der evangelischen Kirche und der Kirchengemeinde in Allendorf. Das Werk ist sowohl Chronik als auch Jubiläumsschrift zugleich.

Genau 50 Jahre nach der Einweihung des Gotteshauses hatte die evangelischen Kirchengemeinde das Werk in Auftrag gegeben (FZ berichtete). Die FZ stellt es heute vor: Der erste Teil befasst sich mit den Anfänge des Christentums, der Verfolgung der ersten Christen im römischen Reich sowie der Entwicklung hin zur beherrschenden Religion des mitteleuropäischen Raumes.

Die Auswirkungen der Christianisierung im Frankenreich mit ihrem unmittelbaren Bezug zu unserer Gegend sind ebenso dargestellt wie die Reformation und die Entwicklung des Kirchspiels Battenfeld, aus dem die Kirchengemeinde Allendorf hervorgegangen ist.

Im zweiten Teil geht es um das kirchliche Leben in Allendorf mit Osterfeld, um die Seelsorger und die Gremien der Kirchengemeinde und um ihre Einbindung in die übergeordnete Organisation der Kirche. Zentraler Bestandteil der Chronik ist das Kapitel zur Planung und vor allem zum Bau des neuen Gotteshauses 1963 bis 1965. Viele, meist farbige Abbildungen veranschaulichen das Entstehen der Kirche über dem Dorf in der früheren Feldgemarkung „Auf dem Loh“, wo sich jetzt ein Wohngebiet erstreckt. Informationen über Grundsteinlegung, Richtfest, das Einholen der drei neuen Glocken führen hin zum Bericht über die Einweihung am 21. Februar 1965.

Friedhelm Pfuhl (Jahrgang 1950) hat als Jugendlicher den Bau selbst miterlebt. Seine Detailkenntnisse und seine Erinnerungen hat er in diesem authentischen Zeitdokument zusammengefasst. Dem Bau der Orgel (bis 1969) ist ebenso ein eigenes Kapitel gewidmet wie den Renovierungsarbeiten, der die Kirche ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt.

Einige der in Allendorf und zuvor im Kirchspiel Battenfeld tätigen Seelsorger kommen mit eigenen Beiträgen zu Wort. Das Wirken anderer hat Friedhelm Pfuhl beschrieben. Zu nennen sind hier der langjährige Pfarrer und Dekan Gustav Noll (1914 bis 1950 Pfarrer im Kirchspiel Battenfeld) und Karl Wieschemann, der erste Pfarrer der Kirchengemeinde Allendorf. Die Diakonie in der Gemeinde beschreibt Pfuhl mit einem Bericht über die ehemalige Gemeindeschwester Hilde Armbrust. Das heutige Leben der Kreise und Gruppen sowie der kirchlichen Kindertagesstätte sind in eigenen Beiträgen der Gruppen dargestellt.

Die Chronik verweist auch auf die anderen christlichen Stätten in der Gemeinde wie die Kapelle des Lebenshauses auf dem Osterfeld, die Friedhofskapelle, die Gedenkstätten für die Opfer der Weltkriege und natürlich die alte Kirche von 1496. Sie war fast 500 Jahre Mittelpunkt des Dorfes und besteht dank der Aktivitäten des Kulturförderkreises und Unterstützung von Dr. Hans Viessmann heute noch als Ort der Verkündigung.

Die Veranstaltungen zum 50jährigen Bestehen sind ebenfalls in einzelnen Berichten beschrieben. Ein Ausblick von Pröpstin Annegret Puttkammer schließt den kirchlichen Chronikteil ab.

Die Geschichte der Gemeinde Allendorf im Kontext der Entwicklung der Kirchengemeinde bildet den Schlussteil des Werkes, das mit einer ausführlichen Zeittafel endet. (ied)

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