Einstimmiger Beschluss der Ausschüsse: Antrag auf Förderung der Umgestaltung soll gestellt werden

Stadt investiert 800 000 Euro in Bahnhof

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Frankenberg - Die Rahmendaten sind abgesteckt: Der Bahnhofsvorplatz soll umgestaltet werden. Die Stadt ist bereit, 20 Prozent der Gesamtkosten zu übernehmen. Das Bahnhofsgebäude wird die Stadt hingegen nicht übernehmen.

Doch auch für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zeichnet sich eine Lösung ab. Am Montag waren Vertreter des aktuellen Eigentümers in Frankenberg, um die Verhandlungen mit dem potenziellen Interessenten zu forcieren. Wie gestern berichtet ist ein Unternehmen aus der Illerstadt bereit, das Gebäude zu erwerben, um es für die Stadt in „Stand-by“ zu halten. „Es ist aber noch nichts spruchreif“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß bei der Sitzung der Ausschüsse im historischen Rathaus.

Die Stadtverordneten informierte er darüber, dass er bei der Suche nach einem Käufer Absagen erhalten habe. Doch er sei zuversichtlich, dass die aktuellen Verhandlungen mit dem Investor zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden könnten. Sobald die Unterschrift unter dem Vertrag trocken ist, gelte es, ein „vernünftiges, seriöses, kaufmännisch sinnvolles und wirtschaftliches Nutzungskonzept zu entwickeln“.

Nach FZ-Informationen ist der aktuelle Eigentümer, eine Fondsgesellschaft, bereit, dass Bahnhofsgebäude für einen hohen fünfstelligen Betrag zu veräußern. Übereinkunft muss bis Ende des Monats erzielt werden. Dass die Zeit drängt, stellte Heß am Montagabend klar. Deutschlandweit stünden aktuell rund 1200 Bahnhofsgebäude aus dem Fondspaket zum Verkauf. Spätestens auf der Immobilienmesse ExpoReal in München im Oktober würden sich sicherlich auch andere Investoren für das Frankenberger Gebäude finden. Doch er habe Zweifel, dass Frankenberg eine Chance habe, das Gebäude zu übernehmen, wenn der aktuelle Eigentümer das Paket der 1200 Bahnhöfe erst an eine oder mehrere andere Gesellschaften veräußert habe. Da der Frankenberger Haushalt „nicht überdehnt werden sollte“, hält Heß die Variante eines Verkaufs an ein Frankenberger Unternehmen und eine gut durchdachte Planung der Weiterverwendung der Immobilie für den sinnvollen Weg.

In der Abstimmung teilten alle Ausschussmitglieder diese Meinung. Werner Pohlmann von den Liberalen merkte dennoch kritisch an, dass mit dem Beschluss, Fördergeld für die Umgestaltung des Bahnhofsgeländes zu beantragen, „der zweite vor dem ersten Schritt gemacht wird. Wir planen um das Gebäude herum. Brauchen wir nicht sinnvollerweise erst ein Nutzungskonzept?“ Uwe Patzer von den Grünen sah dies anders. Vorrang habe die Umgestaltung, um Bussen und Bahn und damit den Reisenden ein attraktives Umfeld zu schaffen. „Das Nutzungskonzept ist dann zweitrangig.“ Das veränderte Umfeld werde der künftigen Nutzung jedenfalls nicht schaden.Wann der Umbau realisiert wird, steht in den Sternen. Mit dem Förderantrag gibt die Stadt nur die Zusage, 20 Prozent der Gesamtinvestitionssumme zu tragen: rund 800 000 Euro, rechnete Henning Scheele von der Bürgerliste vor. Und dieses Geld muss in den Haushalt 2014 eingestellt werden. Wann das Land den Zuschuss auszahlt, ist nach Auskunft von Stadtbauamtsleiter Karsten Dittmar jedoch offen. „Das entzieht sich unserer Kenntnis.“ Frankenberg habe mit dem Förderantrag lediglich den Gemeindeanteil aufzubringen. Am Neubau der eigentlichen Bahnanlage muss sich die Stadt nur mit zehn Prozent beteiligen, da auch die Kurhessenbahn Geld beisteuert.

Beim Blick in die Zukunft überkommen Dirk Battefeld von der Bürgerliste dennoch Bedenken. Er wollte am Montagabend von Bürgermeister Heß wissen, ob denn neben der Investition in das Bahnhofsgelände weiter auch die Sanierung der Fußgängerzone angedacht sei. Heß verwies auf den Wunsch der Kaufleute, 2014 das Pflaster auszutauschen. Doch zur Höhe der Investition und dem städtischen Anteil könne er, aufgrund der fehlenden Planung, noch keine Angaben machen. Zudem obliege die Entscheidung der Fußgängerzonenerneuerung „ja dem Parlament“.

Von Rouven Raatz

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