Frankenberg

Stadt kauft Steinbruch bei Rodenbach

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- Frankenberg (jos). Genau drei Jahre ist es her, als ein Geologe des Landesamtes für Denkmalpflege den stillgelegten Steinbruch besucht und sich begeistert über den Fossilienreichtum geäußert hat. Mit dem Kauf der sogenannten Grube Bötzel hat die Stadt nun den Weg für eine touristische Nutzung geebnet.

Seit Jahren diskutieren Frankenberger Kommunalpolitiker darüber, ob die Stadt die Grube Bötzel kaufen solle. Zuletzt war es ruhig geworden um dieses Thema – bis Bürgermeister Christian Engelhardt auf Nachfrage der WLZ-FZ berichtete, dass der Kauf nun notariell besiegelt sei. Über den Preis, den die Stadt bezahlt, dürfe er nicht sprechen, betonte der Rathauschef. Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich allerdings um den symbolischen Betrag von einem Euro.

„Der Steinbruch ist ein wertvolles Biotop und Geotop“, unterstrich Engelhardt. Nach seinen Plänen soll dort ein Info-Pavillon gebaut werden. Die Grube soll zu einem Bestandteil des Geoparks Waldeck-Frankenberg werden. Doch bevor der Steinbruch überhaupt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könne, müsse ein Konzept her. „Es muss gut überlegt werden, welche Bereiche für Besucher zugänglich gemacht werden und wie die entsprechenden Wege gesichert werden“, erläuterte der Bürgermeister. Prinzipiell habe er schon konkrete Vorstellungen. Aber für die Umsetzung werde er nicht mehr verantwortlich sein, sagte Engelhardt, der Ende November aus seinem Amt als Bürgermeister ausschieden wird. – Für den Bau eines Info-Pavillons rechnet Engelhardt mit einer Förderung durch die Europäische Union im Rahmen der Leader-Projektgruppe Region Burgwald-Ederbergland. In der Regel betrage die Förderung 50 Prozent. „Wir wollen allerdings kein großes Museum mit Personal einrichten“, sagte Engelhardt. Stattdessen seien lediglich mehrere Schautafeln oder dergleichen geplant.

Schon beim Besuch des Geologen Thomas Keller vom Landesamt für Denkmalpflege vor drei Jahren hatten Hartmut Kaufmann vom Bauamt der Stadt Frankenberg und der Leiter des Geopark-Projektbüros beim Landkreis, Norbert Panek, Pläne für die zukünftige Nutzung des Steinbruches geschmiedet. Vor rund 250 Millionen Jahren lag in der Nähe der stillgelegten Abbaustelle die ehemalige Küste des „Zechsteinmeeres“. Sedimente einer nahen Flussmündung wurden dorthin transportiert und schließlich in einer flachen Meeresbucht abgelagert. In diesen größtenteils sandigen Sedimentschichten treten hauptsächlich Reste von Nadelgehölzen auf, die von dem Fluss ins Meer gespült wurden. Außergewöhnlich ist der Erhaltungszustand dieser Pflanzenreste. Nicht nur Blattnadeln, sondern auch ganze Zweige und Äste wurden gefunden. Der Steinbruch zählt daher zu den europaweit bedeutendsten Fundstellen der Oberperm-Flora.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Dienstag, 18. Oktober

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