Frannkenberg

Stadt muss mehrere Straßen sperren

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- Frankenberg (jos). Eine Autofahrt durch Frankenberg wird in diesen Tagen zur gefährlichen Rutschpartie. Bei der Stadtverwaltung häufen sich die Beschwerden über den Winterdienst. Doch dem Betriebshof fehlt schlichtweg das Salz.

Um alle Straßen der Stadt vernünftig zu räumen, bräuchte der Betriebshof bei diesen Witterungen täglich rund 20 bis 25 Tonnen Salz, erklärt Martin Hecker. Doch schon seit Anfang Dezember sei trotz Vorbestellung keine Lieferung mehr in der Ederstadt eingetroffen, berichtet der Leiter des Betriebshofs. Die Folge: Im Lager ist nur noch ein spärlicher Rest von ungefähr 40 Tonnen Salz. An diese Reserve gehen die Winterdienst-Mitarbeiter aber nicht ran: Denn alleine zwei Tonnen Salz werden derzeit pro Tag gebraucht, um die Gehwege an den städtischen Immobilien sowie die Auffahrt zum Kreiskrankenhaus zu räumen.

Weil im vorigen Winter schon einmal das Salz ausgegangen war, bringen viele Bürger derzeit wenig Verständnis für die erneute Ebbe im Lager des Betriebshofs auf. Doch für mehr als 230 Tonnen Salz habe die Stadt einfach keine Lagerkapazitäten, erklärt Hecker. Vor dem Winter sei das Lager voll gewesen. Weil die Temperaturen im gesamten Dezember aber dauerhaft frostig waren und es gerade in den vergangenen Tagen immer wieder Neuschnee gegeben habe, seien die Vorräte schnell dahingeschmolzen.

Derzeit reichen die Reste im Lager nicht einmal aus, um die großen Kreuzungen in der Stadt zu räumen. Ob Uferstraße, Jahnstraße oder Röddenauer Straße: Überall bilden sich immer wieder neue Eisflächen. Besonders gefährlich ist das auf den Straßen mit Steigung. Deshalb hat der Betriebshof reagiert: Schon am Montag war die Kanton-Brou-Straße zeitweise in Richtung Altstadt gesperrt. Nachdem diese Sperrung dann kurzzeitig wieder aufgehoben wurde, hat das Team von Martin Hecker die Verbotsschilder gestern erneut aufgestellt. Auch die Hainstraße wurde in Richtung Kreisel für den Verkehr gesperrt – die Frankenberger Altstadt war somit nur noch über Umwege zu erreichen, von der Hainstraße aus beispielsweise durch Teichweg, Osterweg und Rosenthaler Straße.

Höchste Achtsamkeit gefordert ist in diesen Tagen auf der Kreisstraße 117 aus Richtung Burgwald, die kurz hinter der Kaserne zur Stadtstraße wird, und auf der Bundesstraße 252 aus Richtung Bottendorf, die in Höhe der Umgehungsstraße ebenfalls zu einer Stadtstraße wird. Gefährlich ist es auf diesen Abschnitten deshalb, weil die Bundesstraße und die Kreisstraße von der Straßenmeisterei in der Regel gut geräumt sind, die Stadtstraßen infolge des Salzmangels beim Betriebshof hingegen meistens glatt sind. Täglich warten die Mitarbeiter beim Betriebshof auf eine neue Salz-Lieferung.

Doch der Hersteller habe bereits mitgeteilt, dass in diesem Jahr nicht mehr mit Nachschub zu rechnen sei, sagt Martin Hecker. Alternative Bezugsquellen sind mangelhaft: Auch die Nachbarkommunen hätten keine größeren Vorräte zu verteilen, der Straßenmeisterei wurde vom Land Hessen untersagt, Salz an Kommunen abzugeben.Als alternatives Streumittel wird auf gepflasterten Straßen bereits Splitt eingesetzt. In der Fußgängerzone sowie auf Ober- und Untermarkt sei das möglich, so Hecker. Auf anderen Straßen führe der Schotter im Frühjahr dann aber zu Verstopfungen in den Gullys.

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