Frankenberger Parlament berät am Donnerstag über neues Modell einer Stadtbuslinie

Stadtbus mit Sammeltaxi kombinieren

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An Schultagen hält der Frankenberger Stadtbus neun Mal am Schulzentrum (Edertalschule). Nach den Plänen der Stadt soll ab Juli 2013 diese Haltestelle vom Stadtbus nur noch sieben Mal angefahren werden – dies allerdings zu den Stoßzeiten, also zum Unterrichtsanfang und Ende, unter anderem um 13.11 Uhr, 14.01 Uhr und 15.21 Uhr. Zu den planmäßigen Busstopps kommen bei Bedarf aber noch 17 Zusteigmöglichkeiten in ein Anruf-Sammel-Taxi. Das Parlament berät am Donnerstag das Modell. Foto: Raatz

Frankenberg - Frankenberg soll einen neuen Stadtbusverkehr erhalten: Das von Bürgermeister Rüdiger Heß in der Öffentlichkeit bislang nicht vorgestellte Modell sieht nach FZ-Informationen eine Kombination aus Bus- und AST-Verkehr vor. Am Donnerstag sollen die Stadtverordneten das Konzept beschließen.

Im Dezember 2011 hat der Omnibusbetrieb Reinius von der Stadt den Auftrag zum Betrieb des Frankenberger Stadtbusverkehrs erhalten. Der Vertrag läuft bereits Ende Juni 2013 aus. Weil der Folgevertrag europaweit ausgeschrieben werden muss, haben sich die Kommunalpolitiker bereits in den vergangenen Monaten mit der Zeit danach befasst. Beraten wurden sie von einem Planungsbüro aus Dreieich. Europaweite Ausschreibung Die „IG Dreieich Bahn GmbH“ hat ein neues Konzept entwickelt, das für die Zukunft eine Kombination aus Stadtbusverkehr und Anrufsammeltaxi vorsieht. Ende April und Mitte Mai haben die Experten ihre Ideen dem Magistrat und den Fraktionsvorsitzenden präsentiert, am Donnerstagabend steht der Stadtbusverkehr in der Illerstadt zur Beschlussfassung auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung. Außerdem sollen die Parlamentarier dem Magistrat grünes Licht dafür geben, dass die IG Dreieich Bahn GmbH mit der Begleitung des europaweiten Vergabeverfahrens beauftragt werden kann.

Das heutige Stadtbus-Konzept basiert auf einer Linie (596), die montags bis freitags von 6.45 Uhr bis 18.30 Uhr betrieben wird. Außerhalb dieser Zeiten gibt es kein ÖPNV-Angebot für die Kernstadt, da das AST-Angebot der Energie Waldeck-Frankenberg innerhalb der Kernstadt nicht genutzt werden kann. In der neuen Konzeption, die dieser Zeitung vorliegt, wird darauf verwiesen, dass der bisherige Fahrplan vor allem auf den schulischen Belangen (Unterrichtsanfang und -ende) basiert. Im Oktober 2008 ließ die Stadt an vier Tagen die Fahrgäste der Linie 596 zählen. Das Ergebnis: Durchschnittlichen nutzten 163 Fahrgäste pro Tag die Stadtlinie, davon waren 142 Schüler; also rund 88 Prozent aller Fahrgäste. Außerhalb der Spitzenzeiten zu Unterrichtsanfang und -ende wurden nur 21 Fahrgäste auf den verbleibenden acht Fahrten gezählt. Nach 15 Uhr nutzten nur sehr vereinzelt Fahrgäste den Bus.

24 Stopps am Schulzentrum

Ab Juli 2013 soll, so schlägt es der Magistrat vor, das bisherige „1-Bus-1-Linien-Modell“ mit einem Anruf-Sammel-Taxi-Angebot kombiniert werden. Der Bus würde während der Schulzeiten montags bis freitags von 7 Uhr bis 16 Uhr verkehren ? allerdings nur zu den Zeiten, die für den Schülerverkehr von Bedeutung sind. Außerdem soll eine neue Linie zur siebten Schulstunde eingerichtet werden. Berücksichtigt wird das Unterrichtsende der achten Stunde. Die Haltestelle Schulzentrum, also Edertalschule und Ortenbergschule, würde 7.46 Uhr, 8.16 Uhr, 9.21 Uhr, 12.26 Uhr, 13.11 Uhr, 14.01 Uhr und 15.21 Uhr angefahren. Für die Haltestelle Bahnhof sieht das Konzept folgende Zeiten vor: 7.25 Uhr, 8.35 Uhr, 9.40 Uhr, 10.30 Uhr, 11.20 Uhr, 12.35 Uhr, 13.30 Uhr, 14.20 Uhr, 15.40 Uhr. Diese Zeiten sind an die Fahrzeiten der Bahn angepasst.

Das Anruf-Sammel-Taxi würde auf der Stadtlinie montags bis freitags zwischen 5.05 Uhr und 21.40 Uhr verkehren und die einzelnen Haltestellen, bei Bedarf und außerhalb der schulischen „Stoßzeiten“, alle 45 bis 60 Minuten ansteuern. Innerhalb der Kernstadt würden alle heute von der Linie 596 bedienten Haltestellen sowie zusätzlich die Haltestellen Bottendorfer Straße, Bockental Klinik-MVZ, Totenkirche, Dr.-Loderhose-Straße, In der Hohe und Hangstraße angesteuert. Am Bahnhof bestünden von und zu allen Zügen zeitnahe Anschlüsse. Die AST-Fahrten kämen nur zustande, wenn es im Abstand von plus oder minus 30 Minuten keine Busfahrt gibt. Außerdem müssten die AST-Fahrten 30 Minuten vor Abfahrt telefonisch angemeldet werden. Samstags und sonntags würde die Stadtlinie ausschließlich per AST-Modell betrieben: in einer Taktung von 45 bis 90 Minuten.

Stadtanteil: 129500 Euro

Das Planungsbüro „IBGD“ beziffert die reinen Betriebskosten für die Stadtlinie auf 174000 Euro pro Jahr; 143?500 Euro für den Busverkehr, 30500 Euro für den AST-Verkehr. Bei angenommenen Erlösen von 13?500 Euro aus dem AST-Verkehr und 31?000 Euro aus dem Busverkehr bliebe ein städtischer Anteil von 129?500 Euro. Im aktuellen Haushaltsjahr 2012 beläuft sich der geplante Zuschuss zum Stadtbus und dem Anruf-Sammel-Taxi auf 175?000. Die Stadtverordnetenversammlung beginnt am Donnerstag um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Haubern.

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