Stadt hat Botschafter der Aktion vorgestellt

Stadtradeln in Frankenberg: Für drei Wochen ohne Auto

Stadtverordnete Nina Meyer-Weidemann und Stadtrat Friedhelm Schneider haben am Montagmorgen bei Jörg Näther (Mitte) ihre Autoschlüssel abgegeben. Während des Stadtradelns vom 7. bis 27. Juni in Frankenberg wollen sie auf das Auto verzichten.
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Stadtverordnete Nina Meyer-Weidemann und Stadtrat Friedhelm Schneider haben am Montagmorgen bei Jörg Näther (Mitte) ihre Autoschlüssel abgegeben. Während des Stadtradelns vom 7. bis 27. Juni in Frankenberg wollen sie auf das Auto verzichten.

610 Menschen haben sich schon für das Stadtradeln in Frankenberg angemeldet, das am 7. Juni begonnen hat. Zwei von ihnen stellen sich in den drei Wochen dieser Aktion einer besonderen Herausforderung.

Frankenberg – Stadtverordnete Nina Meyer-Weidemann und Stadtrat Friedhelm Schneider wollen drei Wochen lang, bis zum 27. Juni, auf ihr Auto verzichten und stattdessen so viele Wege im Alltag wie möglich mit dem Fahrrad zurücklegen. Die beiden haben deshalb am Montagmorgen, dem ersten Tag der Aktion, bei Jörg Näther, dem Koordinator des Stadtradelns in Frankenberg, ihre Autoschlüssel abgegeben.

„Ich brauche ihn erst in drei Wochen wieder“, sagte Nina Meyer-Weidemann bei dem Pressetermin am Obermarkt. „Man sagt das so leichtfertig. Das heißt aber auch, dass ich jetzt gut planen muss.“ Die 31-Jährige ist Ernährungsberaterin und arbeitet in Bad Wildungen. „Ich fahre jetzt mit dem Bus zur Arbeit – da muss ich jetzt also immer pünktlich sein“, sagte sie. Und sie gibt Kurse zur gesunden Ernährung. Da müsse sie sich nun gut überlegen, was sie zum Kurs mitnehme, denn in ihren Fahrradkorb passe natürlich nicht so viel wie ins Auto.

Bevor sie den Autoschlüssel am Montagmorgen abgegeben hat, sei sie am Wochenende noch schnell für einen größeren Einkauf im Gartenmarkt gewesen, berichtete Nina Meyer-Weidemann und bedauerte, dass man in Frankenberg keine Lastenfahrräder ausleihen könne. Auch bei den Radwegen in Frankenberg sieht die Stadtverordnete der Grünen „noch viel Bedarf“. Da werde sich im Laufe des Jahres noch einiges tun, antwortete Florian Held, der Pressesprecher der Stadt Frankenberg.

4000 Kilometer in drei Wochen mit dem Fahrrad

Friedhelm Schneider sah man bisher schon häufiger mit dem Fahrrad in Frankenberg. „Für mich ist es kein großes Opfer, den Autoschlüssel für drei Wochen abzugeben“, sagte der 72-Jährige. „Für mich ist das Radfahren selbstverständlich – ich mache das für mich, nicht für andere“, sagte der Rentner.

Im vergangenen Jahr war der SPD-Stadtrat auf seinem E-Bike mit 4000 Kilometern die meisten Kilometer aller 586 Teilnehmer des Stadtradelns in Frankenberg gefahren. „Das werde ich diesmal nicht mehr schaffen“, sagte er. Damals habe er in den drei Wochen der Aktion unter anderem eine Radtour am Main unternommen.

Beim Stadtradeln gehe es vor allem darum, mehr Alltagswege mit dem Rad statt mit dem Auto zurückzulegen, sagte Florian Held. Um dafür zu werben, hatte die Stadt unter den Kommunalpolitikern Botschafter für die Aktion gesucht und Friedhelm Schneider und Nina Meyer-Weidemann gefunden. „Wir hoffen, dass viele ihrem Beispiel folgen“, sagte Held. Bis zum Pressetermin am Montag um 9 waren schon die ersten 225 Kilometer auf stadtradeln.de/frankenberg registriert, berichtete Held.

So kann man mitmachen

Beim Stadtradeln in Frankenberg können alle mitmachen, die in Frankenberg wohnen, arbeiten, studieren, in die Schule gehen oder einem Verein angehören. Mehr dazu auf stadtradeln.de/frankenberg. Dort kann man sich auch jetzt noch anmelden. Die Aktion läuft noch bis zum 27. Juni. Es gibt eine Team-Wertung und eine Städte-Wertung.

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