Seit zehn Jahren Bürgermeister

Als Stadtrat in das Rosenthaler Rathaus

+
Bei offiziellen Anlässen mit, aber am Schreibtisch ohne Krawatte – so hält der gebürtige Rosenthaler Hans Waßmuth es seit zehn Jahren als Bürgermeister.Foto: Patricia Kutsch

Rosenthal - Hans Waßmuth ist seit zehn Jahren das gewählte Oberhaupt der Stadt Rosenthal. Ausgeübt hat er das Amt schon ein Jahr länger, als er eigentlich noch erster Stadtrat war. Zu dem Chefsessel im Rathaus kam er eher zufällig - aber den Beruf er erfüllt mit großer Freude.

Offiziell ist Hans Waßmuth am 1. März seit zehn Jahren der Chef im Rosenthaler Rathaus. Er ist der Vorgesetzte von 27 Mitarbeitern – in Verwaltung, Kindergarten, auf dem Bauhof und im Wald. Die Aufgaben des Stadtoberhaupts hat er schon vorher wahrgenommen. Wann genau er den Schreibtisch im Rathaus bezog, kann er gar nicht sagen. Bürgermeister ist er zwar seit zehn Jahren. Ehrenamtlicher erster Stadtrat wurde er jedoch schon 2001. „Ich habe den Bürgermeister häufig vertreten. Im letzten Jahr seiner Amtszeit fast durchgängig“, sagt Waßmuth. Als dann Neuwahlen anstanden und es keinen Kandidaten gab, entschied Waßmuth sich, seinen ehrenamtlichen Job im Rathaus offiziell zu machen. „Es ist schon erstaunlich, dass ich den Posten bekommen habe, ohne dass ein Kandidat gegen mich angetreten ist“, sagt er rückblickend.

Der gebürtige Rosenthaler wuchs über das Ehrenamt in sein heutiges Amt. Dabei half ihm das Team der Verwaltung: „Ich habe eine feste Mannschaft angetroffen, die mich sehr gut aufgenommen hat“, sagt der Bürgermeister. „Wir arbeiten miteinander und ich fühle mich wohl.“ Vorher arbeitete er 30 Jahre in der Verwaltung eines Rosenthaler Baustoffhandels.

„Politisch hatte ich mich nie betätigt“, berichtet Waßmuth. 2001 hatte er sich unbedarft auf die Liste der CDU setzen lassen – „und ich bekam ein sehr gutes Ergebnis“. Der Posten als Stadtrat folgte schnell. Mit der Abwasserentsorgung stand gleich zu Beginn seiner Arbeit im Rathaus eines der größten finanziellen Projekte an: Die Kläranlage in Roda wurde 2001 fertig, war aber nicht abgerechnet, „Willershausen wurde gerade umgegraben, weil die Abwasserrohre erneuert werden mussten“. Diese Herausforderung war Waßmuth jedoch sehr wichtig: „Wenn eine Kommune nicht in die Wasserversorgung oder die Feuerwehr investiert, dann kann sie das Buch gleich zu machen.“

Finanziell und zeitlich aufwändig ist der Radweg zwischen Rosenthal und Langendorf, der fast fertig ist. Das mehr als 500000 Euro teure Projekt beschäftigt Waßmuth schon die Hälfte seiner Amtszeit. „Die Planungs- und Umsetzungsphasen dauern oft lange. Das ist ein Problem vieler Kommunen“, sagt Waßmuth. Der Bürgermeister hat Spaß an allen seinen Arbeitsfeldern. Gerne beschäftigt er sich mit Kindergarten, Jugendarbeit in den Vereinen und mit dem Schulstandort. „Diese Bereiche sind sehr wichtig für die Zukunft der Stadt“, urteilt er. Aber auch mit der Wirtschaft und den Gewerbetreibenden hält er gerne engen Kontakt. „Ich habe zwar oft viele Termine. Aber es stresst mich nicht, weil es mir Spaß macht“, berichtet er. „Ich habe viel zu tun, aber nicht so, dass ich keine Freizeit mehr habe.“

Die nutzt der Rosenthaler gerne um zu wandern – mit seiner Frau und der Familie, meistens aber mit dem Verein für naturnahe Erholung, in dem Waßmuth auch im Vorstand mitwirkt. „Ein bis zwei Mal im Jahr bin ich auch Wanderführer“, berichtet der Rathauschef. „Leider habe ich viel zu wenig Zeit zum Wandern.“ Dem Hobby frönt er mit seiner Familie schon seit Jahren im Sommerurlaub. Dann geht es nach Osttirol, wo er mit seiner Frau, die Gegend zu Fuß erkundet.

In seiner Freizeit trainiert Hans Waßmuth auch gerne. Er ist über seine Ehefrau zu den „Rose Valley Singers“ gekommen. „Der Chor brauchte noch Männer für den Bass und dann hat meine Frau mich einfach mal mitgenommen.“

Mit nehmen möchte Waßmuth auch seine Bürger: In die Zukunft der Stadt. Derzeit bemüht die Stadt sich um eine Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm. „Rosenthal ist ein schönes Städtchen, wo man gerne lebt – ich auch“, sagt Waßmuth. „Es ist klein, aber fein. Und an dem feinen müssen wir immer weiter arbeiten. Aber wir wollen ja auch morgen noch etwas zu tun haben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare