Rosenthal und Gemünden übernehmen für jeweils 500000 Euro sieben Prozent der Anteile

Stadtwerke hat zwei neue Gesellschafter

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Ein weiterer Schritt in Sachen interkommunaler Zusammenarbeit ist mit dem Einstieg von Rosenthal und Gemünden in die Frankenberger Stadtwerke GmbH gemacht: bei der Vertragsunterzeichnung (vorne von links) Gemündens Bürgermeister Frank Gleim, Stadtwerke-Ge

Frankenberg - Zwei Gesellschafter hat die Stadtwerke Frankenberg GmbH aufgenommen: Mit je 500000 Euro sind die Städte Rosenthal und Gemünden eingestiegen. Für dieses Stammkapital erhalten sie jeweils sieben Prozent der Anteil, die Stadt Frankenberg hält 86 Prozent.

Nach monatelangen Vorbereitungen, etlichen Gesprächen zwischen Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter und den Bürgermeistern Hans Waßmuth aus Rosenthal und Frank Gleim aus Gemünden, sowie Beratungen in Ausschüssen und Parlamenten war die Vertragsunterzeichnung reine Formsache. Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, bewertete den Abschluss der Verhandlungen dennoch ein Meilenstein. „Das ist ein wichtiger Tag für die Stadt Frankenberg und für die ganze Region.“ Der Einstieg der beiden Burgwald-Kommunen in die GmbH sei ein Beleg, dass die interkommunale Zusammenarbeit bereits sehr gut funktioniere. „Jetzt gibt es auch eine wirtschaftliche Verzahnung.“

Durch die Erhöhung um insgesamt eine Million Euro beträgt das Stammkapital der Stadtwerke nun 7,135 Millionen Euro. Frankenberg hält 86 Prozent der Gesellschaftsanteile, Rosenthal und Gemünden jeweils sieben. Er sei vom wirtschaftlichen Erfolg der Zusammenarbeit überzeugt, von der die beiden neuen Gesellschafter, und damit letztendlich auch die Bürger der beiden Städte profitieren würden. „500000 Euro sind zwar kein Pappenstiel, diese Beteiligung stellt sich für uns aber als eine rentierliche Maßnahme dar“, erläuterte Gemündens Bürgermeister Frank Gleim, der von Erstem Stadtrat Rainer Thursar begleitet wurde. Die siebenprozentige Beteiligung bedeute schließlich auch eine Wertschöpfung für den Haushalt der Stadt Gemünden.

Bis Ende 2013 steht ein weiterer Ausbau der Zusammenarbeit auf der Agenda. Die Stadtwerke halten 60 Prozent der Gesellschaftsanteile der Energie-Gesellschaft Frankenberg, zu 40 Prozent gehört der lokale Energieversorger der Eon Mitte. In den nächsten Monaten würden die in Rosenthal und Gemünden vorhandenen Niederspannungsnetze von Eon Mitte bewertet und von der EGF übernommen, kündigte Heß an. Dabei handelt es sich sowohl um Freileitungen, als auch in der Erde verlegte Stromleitungen. Dadurch vergrößert sich das Netzgebiet der EGF. Die Übernahme wird mit Gesellschaftsanteilen verrechnet.

„Eon Mitte war auch nicht weit weg, durch die Einbringung der Netze gehen wir aber davon aus, dass die Nähe zum Versorger noch besser wird“, sagte Rosenthals Bürgermeister Waßmuth, der von Erstem Sradtrat Erich Kirchhainer begleitet wurde. „Die Bürger wissen, wenn sie bei Problemen ansprechen können.“ Bei aller Wahlfreiheit würden die Menschen in Sachen Strom auf Sicherheit setzen. „Dieser Schritt nach vorne ist also ein Vertrauensbeweis in die EGF und die Stadtwerke.“ Der Aufsichtsrat der Stadtwerke erhöht sich zum 1. Januar von sechs auf zehn Mitglieder: Rosenthal und Gemünden sind jeweils mit einer Person vertreten, zwei weitere Vertreter stellt die Stadt Frankenberg.

Die neue Nähe zu Frankenberg nutzte Bürgermeister Waßmuth gleich für eine Vereinbarung einer weiteren Zusammenarbeit. Er unterzeichnete einen Kooperationsvertrag über eine Grundberatung „Wasser und Abwasser“. Der Vertrag läuft fünf Jahre und beinhaltet die Beratung durch die Stadtwerke, außerdem die Unterstützung bei kleineren Problemen an den Wasser- oder Abwasserleitungen in der Burgwald-Stadt. Schleiter stellt Waßmuth künftig beispielsweise nur noch die Materialkosten in Rechnung, die auch die Stadt Frankenberg zahlt: Einkaufs- plus Lagerhaltungskosten. Die Stadt Gemünden hatte bereits im Vorfeld diesen Kooperationsvertrag mit den Stadtwerken unterzeichnet.

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