Wildvogelstation

Ein ständiges Kommen und Fliegen

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Ernst Peter Rade betreibt seit 40 Jahren eine Wildvogelstation, in der verletzte Tiere wieder fit für die Natur gemacht werden.Foto: Marco Steber

Hatzfeld-Lindenhof - Ob kleine Piepmätze oder große Greifvögel: Sie alle finden in der Wildvogelstation von Familie Rade zwar kein neues Zuhause, dafür aber den Weg zurück in die Natur.

Die Wildvogelstation der Familie Rade ist kein Vogelpark, sondern eine „Institution für den Naturschutz“. Seit 40 Jahren helfen Ernst Peter und Hella Rade verletzten Wildvögeln im Auftrag der Obersten Naturschutzbehörde sowie den Naturschutzverbänden. Vögel, die einen Unfall hatten oder aus anderen Gründen auf Hilfe angewiesen sind, werden in der Station versorgt. Die verletzen Tiere kämen aus den unterschiedlichsten Gründen zum Lindenhof, sagt Rade. Kürzlich seien sogar zehn Kohlmeisen in die Vogelstation gebracht worden. Sie waren - unbeabsichtigt - mit einer Ladung Hohlblocksteine von Mainz in das Obere Edertal gebracht worden. Er habe sie alle wieder aufpäppeln können, berichtet Rade.

„Es ist wichtig, die Vögel wieder in die Natur zu integrieren“, sagt er. Bevor die Tiere jedoch wieder in die Freiheit entlassen werden, gebe es einiges zu beachten: Er müsse die Tiere sorgfältig beobachten, sagt er. „Jungvögel wie Mauersegler und Schwalben müssen ihr volles Fluggefieder haben, ehe sie die Station verlassen.“

Und so herrscht ein ständiges Kommen und Gehen oder vielmehr Fliegen auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück am Lindenhof.

In manchen Fällen gestalte sich die Integrierung der Vögel in die Natur als schwierig, vor allem dann, wenn Vögel aus falschverstandener Tierliebe zu ihm gebracht würden. „Wenn ein Vogel zu sehr verletzt ist, geht es nicht“, sagt Rade. Ein Flügelbruch beispielsweise würde zwar verheilen, die Schwinge selbst könne nicht wieder hundertprozentig hergestelltwerden.

Während einige Vögel nur eine kurze Zeit in der Station bleiben, müssen andere in den Volieren erst das Fressen lernen. „Das geht dann ganz allmählich“, sagt Rade.

Geht es für die Vögel zurück in die Natur, stellt Rade ihnen zunächst noch das Futter zur Verfügung, bis sich die Tiere ganz von der Wildvogelstation verabschiedet haben.

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