Mann soll Ex-Freundin aufgelauert haben - Beide sollen Beziehung aufarbeiten

Stalking-Verfahren vorübergehend eingestellt

Frankenberg. Ein Verfahren gegen einen mutmaßlichen Stalker vor dem Frankenberger Amtsgericht ist vorübergehend eingestellt worden. Eine 27-Jährige Frau und ihr gleichaltriger ehemaliger Lebensgefährte entschieden sich am Donnerstag für einen Täter-Opfer-Ausgleich.

Sie wollen ihre gescheiterte Beziehung mit professioneller Hilfe aufzuarbeiten. Der Hintergrund: Dem Mann war durch Beschluss des Amtsgerichts untersagt worden, sich seiner ehemaligen Freundin und deren Tochter auf weniger als 50 Meter zu nähern oder sie zu belästigen. Trotzdem lauerte der Angeklagte laut Anklage der Frau beim Einkaufen auf.

Einige Wochen später tauchte er, so die Vorwürfe weiter, erneut bei der Frau im Garten auf. Sie habe damals Besuch gehabt und den Angeklagten gebeten ihren Garten zu verlassen, da sie sonst die Polizei rufen werde, hieß es in der Verhandlung. Der Mann soll ihr daraufhin gedroht haben: „Ich mache dich kaputt, wenn du die Polizei anrufst.“ Zudem habe er versucht, ihr das Handy zu entreißen.

Obwohl die Frau keinen Kontakt mehr zu ihrem Ex-Freund haben wollte, nahm sie nach diesen beiden Vorfällen mehrfach Geldgeschenke von ihm an, wie sich vor Gericht herausstellte. Die Richtern fragte die Antragsstellerin daher, ob sie noch wolle, dass der Mann strafrechtlich verfolgt werde. Es passe schließlich nicht zusammen, dass sie das Geld annehme aber mit ihm keinen Kontakt mehr mit ihm haben wolle. Die Staatsanwaltschaft schlug daraufhin vor, das Verfahren vorläufig einzustellen und stattdessen innerhalb der nächsten vier Monate einen Täter-Opfer-Ausgleich zu machen, um die gescheiterte Beziehung aufzuarbeiten. (alh)

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Quelle: HNA

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