Jahresvorschau 2015

Stehende Festzüge, rollende Bagger

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Frankenberger Land - Das Jahr 2014 mit all seinen Debatten und Ereignissen ist geschafft - doch schon jetzt werfen einige Ereignisse des neuen Jahres ihre Schatten voraus. Die Heimatzeitung gibt einen kleinen Überblick über Wahlen, Baustellen, Feste und Eröffnungen, die das Jahr 2015 mit sich bringt.

Das gerade zu Ende gegangene Jahr 2014 war ereignisreich im Altkreis: Das Frankenberger Tor und die Fußgängerzone beflügelten die Diskussionen, es standen Bürgermeisterwahlen an, und einige Dörfer und Vereine haben Jubiläumsfeste gefeiert. Auch das neue Jahr verspricht wieder ereignisreich zu werden.

Frankenberg Viel diskutiert - skeptisch oder mit großen Erwartungen - ist das Frankenberger Tor. Es soll in diesem Frühjahr fertig werden. Wegen des Ankermieters H&M hat Ten Brinke die Eröffnung in das neue Jahr verschoben - voraussichtlich Ende Februar öffnet es die Pforten.

Da keine größeren Jubiläen anstehen, dürfte nach 2014 auch das Jahr 2015 durch Baustellen geprägt sein: Die Sanierung der Fußgängerzone ist so gut wie in trockenen Tüchern. Zeitgleich soll auch die Öffnung zur Eder durch den Wasserpark vom Illerplatz vorangetrieben werden. Nachdem das Bahnhofsumfeld bereits 2014 beinahe fertiggestellt wurde, geht es im neuen Jahr an das historische Gebäude selbst, in dem Arztpraxen, Bahnschalter und eine Gastronomie untergebracht werden sollen. Ende des Jahres könnten dann auch schon die ersten Züge nach Korbach rollen.

Ebenfalls in diesem Jahr soll - nach dem Umzug des medizinischen Versorgungszentrums in die Kreisklinik - die alte Schönheitsklinik im Bockental zu einem Hospiz umgebaut werden. Wohl noch nicht in die Bauphase geht der Vitos-Neubau am Krankenhaus. Auch an der Burgwaldkaserne gehen die Modernisierungen und damit verbundene Bauarbeiten weiter - und die Telekom baut in der ersten Jahreshälfte ihr Netz im Vorwahlbereich 06451 aus und muss dafür ab und an einen Bürgersteig öffnen oder eine neue Multifunktionsbox setzen.

Weiterhin bestimmende Themen dürften das Neubaugebiet „Bachwiesen“ in Röddenau sein, der geplante Bau eines DRK-Seniorenzentrums am „Weißen Geländer“ - und die damit verbundenen Auswirkungen auf die heimischen Beachvolleyballer.

Feiern können die Frankenberger während drei größerer Feste: Der Nightgroove steigt im Jahr 2015 an Muttertag, wenig später steht der traditionelle Pfingstmarkt auf dem Programm, und im Sommer soll an sechs Donnerstagen der „Live-Treff“ den Landratsgarten wieder zu einem echten Treffpunkt machen. Hinzu kommen die vielen Aktionen der heimischen Kaufleute.

Allendorf Als besonders wichtiges Projekt gilt in der Industriegemeinde ein Heim für betreutes Wohnen, das die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem DRK-Kreisverband verwirklichen will. Mit einiger Verspätung wird der neue Kindergarten in Rennertehausen fertiggestellt. Allendorf selbst soll einen Waldkindergarten bekommen, und bei Osterfeld entsteht der erste Friedhofswald.

Battenberg Mit dem Bau eines Kunstrasenplatzes will der TSV Battenberg die Sportmöglichkeiten in Battenberg verbessern. Profitieren sollen Sportvereine der Nachbarorte ebenso wie die Schüler.

Burgwald Der kleinste Ortsteil der Gemeinde feiert ein ungewöhnliches Fest: Wiesenfeld wird 777 Jahre alt. Das Festjahr startete an Silvester mit einer großen Party für das ganze Dorf. Die Birkenbringhäuser wollen ihr Feuerwehrhaus vollenden und sollen ein neues Einsatzfahrzeug bekommen. Darüber hinaus startet in der Gemeinde eine große, über Jahre angelegte Baumaßnahme: Die Wasserversorgung soll verbessert, der Tiefenbrunnen in Wiesenfeld wieder ans Netz genommen werden.

Bromskirchen In der kleinsten Gemeinde in Waldeck-Frankenberg wurden die großen Projekte in der Vergangenheit bereits abgearbeitet - und auch die großen Feste wie die Veranstaltungen zu 775 Jahre Bromskirchen 2013 wurden gefeiert. Bei der Gemeinde steht das Sparen im Vordergrund. Es wird nur dort investiert, wo es notwendig ist. Das gilt zum einen für den Friedhof in Somp-lar, der im Rahmen der Dorferneuerung umgestaltet wird, und zum anderen für die Modernisierung der Abwasserpumpstation in Neuludwigsdorf. Außerdem muss der Hochbehälter in Bromskirchen saniert werden.

Auf eine Straßensperrung müssen sich Autofahrer einstellen: Voraussichtlich ab April soll die Nuhnebrücke auf der Landesstraße 717 bei Hallenberg erneuert werden. Für die Bauzeit von sieben Monaten gibt es eine Vollsperrung zwischen Somplar und Hallenberg.

Der Frankenberger DRK-Kreisverband will das Jahr 2015 nutzen, um am Konzept für das Mutter-Kind-Heim in der alten Schule zu feilen, damit dieses 2016 umgesetzt werden kann.Ein Projekt, das ebenfalls weitestgehend im Hintergrund abläuft, ist die Verwaltungsgemeinschaft mit Allendorf, die am 1. Januar offiziell an den Start gegangen ist.

Frankenau Läuft alles nach Plan, wird 2015 das Jahr der Baustellen - und zum Teil haben die Bürger lange darauf gewartet. Die Landesstraße zwischen Altenlotheim und Frankenau, die in einem desolaten Zustand ist, soll im Frühjahr endlich saniert werden. Geplant ist außerdem eine Brunnenbohrung, um die Versorgung der Bürger mit sauberem Wasser langfristig sicherzustellen. Am Helgeland baut das Lebenshilfe-Werk die alte Schule zur Tagespflegestätte für Senioren mit und ohne Behinderung um. Auf den Neubau des Seniorenheimes werden die Frankenauer allerdings noch warten müssen: Vor Ende des Jahres ist mit einer endgültigen Bewilligung der Mittel aus Wiesbaden noch nicht zu rechnen. Hoffnung besteht allerdings in Sachen Kellerwalduhr: Nach langwierigen Verhandlungen und Abstimmungen mit diversen Behörden sollen im neuen Jahr die grundlegenden Verträge abgeschlossen werden, die für einen Baubeginn unverzichtbar sind.

Gemünden In der Wohrastadt sollen Planungen an dem Nahwärmenetz für die Innenstadt fortgesetzt werden - und eventuell auch schon Arbeiten beginnen. Es soll Bürgerhaus, Verwaltung, städtische Gebäude, DRK-Immobilien, Schule und bei Bedarf auch Privathäuser verbinden.

Endlich einen Schritt weiter gehen soll es auch auf dem Graurück: Lange schon hätten die ersten Windräder sich drehen sollen, Einnahmen aus dem 55 Millionen Euro teuren Windpark der EWF waren bereits in den Haushalt von 2014 eingeplant. Doch neue Auflagen und Gutachten verzögerten den Start - genauso wie die Gründung einer Genossenschaft. Ebenso verzögert wurde der Neubau der Kläranlage. Durch ein neues Ausschreibungsverfahren unter Führung der LEDA soll auch dieses Thema seinen Fortgang - und Baubeginn - finden.

Haina Eine Zahl, zwei Feste: Zwei Jubiläumsfeiern bestimmen das Jahr 2015 in der Großgemeinde Haina. Die Grundsteinlegung der Klosterkirche jährt sich zum 800. Mal, ebenso die urkundliche Ersterwähnung von Löhlbach. Während die Klosterfreunde ein umfangreiches Programm mit Gottesdiensten, Vorträgen und Wanderungen planen, wird in Löhlbach am Fronleichnamswochenende mit einem großen stehenden Festzug gefeiert. In beiden Dörfern sind zugleich große Bauprojekte im Gange, während schon gefeiert wird: In Löhlbach soll das Bürgerhaus umfassend saniert werden, in der Kerngemeinde wird so bald wie möglich das Dach des Dorfgemeinschaftshauses erneuert. In Haina dauern die Sanierungsarbeiten am Kirchturm der Klosterkirche an, so dass diese auch im Festjahr noch eine Weile eingerüstet bleiben muss.

Hatzfeld Auch in Hatzfeld steht ein Festjahr an: Vor 675 Jahren wurden die Stadtrechte verliehen. Das wird gefeiert: Höhepunkt ist ein Altstadtfest mit stehendem Festzug am Samstag, 5. September.

Auf Behinderungen einstellen müssen sich Autofahrer: Im Bereich der Sackpfeife wird die Bundesstraße 253 gesperrt. Auch die Landesstraße 553 zwischen Eifa und Hatzfeld soll erneuert werden.

Rosenthal Das gleiche Jubiläum wie Hatzfeld begeht Rosenthal: Die Stadt im Burgwald gibt es seit nunmehr 675 Jahren. Höhepunkt des Jubeljahres soll ein stehender Festzug am Sonntag, 6. September, werden. Außerdem steht Bürgermeister Hans Waßmuth zur Wahl. Er ist seit elf Jahren Bürgermeister und war zuvor Erster Stadtrat Rosenthals.

Autoren: (pk/apa/tt/da/gl)

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