Bürger von Elsoff errichteten ein Mahnmal für zehn ermordete jüdische Bürger

Stein erinnert an die Opfer

Unterhalb des jüdischen Friedhofs: Bei der Enthüllung eines Gedenksteins mit den Namen von zehn ermordeten Bürgern aus Elsoff wirkten (von links) Ricarde Riedesel, Christoph Helmschrott, Bernd Marburger, Manfred Hackler, Hermann Kaiser und Dr. Bernd Kötter mit. Foto: Völker

Elsoff/Hatzfeld. Schon im 16. Jahrhundert ließen sich die ersten jüdischen Bürger im damaligen Amt Battenberg nieder, als „Schutzjuden“ mussten sie dafür Steuern zahlen. Enge Beziehungen gab es zwischen den jüdischen Händlern im Wittgensteinischen Dörfchen Elsoff und den Nachbarn im nahe gelegenen Hatzfeld und im übrigen oberen Edertal. An zehn ehemalige jüdische Einwohner, die vom NS-Regime ermordet worden sind, erinnert ein Gedenkstein, der jetzt in Elsoff feierlich enthüllt wurde.

Direkt unterhalb des jüdischen Friedhofs von Elsoff, steil am Berg gelegen, ist dieser Gedenkstein künftig Teil eines Geschichtspfades, der mit 17 Informationstafeln die Besucher durch das schmuckvolle Fachwerkbild des Ortes begleiten wird. Ortsvorsteher Bernd Marburger legte sowohl bei der Enthüllung des Gedenksteins wie bei der ersten gemeinsamen Begehung des Geschichtspfades Wert darauf, dass auch die NS-Zeit mit ihren Opfern bei der Geschichtsschreibung nicht ausgelassen werde. „Wir haben eine Verpflichtung, auch unserer ehemaligen jüdischen Miteinwohner zu gedenken“, betonte Marburger.

Er wie auch Manfred Hackler, Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins, dankte dem in Frankenberg lebenden ehemaligen Elsoffer Georg Ludwig Braun, der die Geschichte des Dorfes aufgearbeitet und dabei auch viele jüdische Schicksale erforscht hat. Braun, der bereits früher als Oberstudienrat der Edertalschule und Leiter der Foto-AG in der Heimatforschung aktiv war, lieferte zudem die Texte für die meisten der Tafeln auf dem Geschichtspfad.

Ricarde Riedesel, Stadtarchivarin von Bad Berleburg, gab den Teilnehmern einen Einblick in die Geschichte und machte am Beispiel der behinderten Geschwister Bertha und Nathan Elsoffer deutlich, wie integriert beide jüdischen Einwohner vor der NS-Zeit in der Dorfgemeinschaft waren. Dennoch konnte nicht verhindert werden, dass Nathan Elsoffer 1942 im Todeslager bei Minsk ermordet wurde. „Hochachtung vor dem, was Sie nun an Erinnerungsarbeit leisten,“ sagte die Historikerin.

In Arbeitsgemeinschaft

Pfarrer Dr. Ralf Kötter übermittelte die Grüße der Jüdischen Kultusgemeinde Dortmund. Für die Stadt Bad Berleburg hob stellvertretender Bürgermeister Hermann Kaiser besonders hervor, dass Elsoff erfolgreiches Mitglied der Arbeitsgemeinschaft historischer Ortskerne in Nordrhein-Westfalen ist.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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