Steinbruch Rodenbach wird Tor zum Geo-Park

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250 Millionen Jahre alte Konifere: Nadelgehölze, die bei Rodenbach vom Schlamm des Zechsteinmeers eingeschlossen wurden und zum Fossil versteinerten, findet Hartmut Kaufmann vom Bau- und Umweltamt der Stadt Frankenberg häufig. Er betreut die Fundstätte Rodenbacher Steinbruch seit Jahrzehnten.

Waldeck-Frankenberg. Nun kann sich auch das südliche Tor zum künftigen Geo-Park Waldeck-Frankenberg öffnen: Die Stadt Frankenberg hat den Steinbruch Rodenbach, in dem die Frankenberger Ziegelwerke Bötzel & Co. bis 1999 Ton abbauten, erworben.

Für Geologen und Paläontologen, die sich mit der Pflanzen- und Tierwelt vergangener Erdperioden befassen, stellt das Gelände eine Fundstätte von europaweiter Bedeutung dar, vergleichbar mit der Korbacher Spalte oder der Grube Messel bei Darmstadt.

Zur Höhe des Kaufpreises wollte man sich bei der Stadt Frankenberg nicht äußern. Über den ideellen Wert dieses Geotops, in dem sich vor 250 Millionen Jahren Schwemmsedimente des Zechsteinmeers absetzten und dabei die damalige Vegetation einschlossen, ist man sich im Rathaus jedoch im Klaren. „Mit den hier in ungewöhnlich großen Fundmengen an Pflanzenfossilien aus dem oberen Perm stellt der Rodenbacher Steinbruch eine einzigartige Ergänzung zur Korbacher Spalte mit ihren Tierknochen dar“, sagt Hartmut Kaufmann vom Stadtbauamt. Als paläontologischer Fachmann begleitet er die Rodenbacher Grube und die Korbacher Grabungen wissenschaftlich.

Freude löste die Nachricht vom Übergang des Steinbruchs in kommunales Eigentum auch im Geopark-Projektbüro des Landeskreises Waldeck-Frankenberg aus. „Wir sind froh, dass es endlich geklappt hat“, sagt Leiter Norbert Panek. „Entwürfe, wie diese Fossilien-Fundstätte zu einem geologischen Anlaufpunkt in der geplanten Geopark-Wanderroute Zechsteinpfad werden kann, liegen längst in der Schublade.“

Paneks geotouristische Konzeptskizze sieht bei Rodenbach einen „Botanischen Garten der Erdgeschichte“ mit Rundpfad, einem Info-Pavillon („Geo-Foyer“) und einem Fossilien-Klopfplatz für große und kleine Besucher vor.

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Quelle: HNA

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