Angeklagte griffen Polizisten nach einem Einsatz mit Pfefferspray an

Mit Steinen beworfen

Frankenberger Land. Mit faustgroßen Steinen aus dem Gleisbett sind zwei Polizisten im April vergangenen Jahres in Frankenberg bei einem Einsatz beworfen worden, nachdem sie einen Verdächtigen festnehmen wollten. Jetzt hat das Marburger Amtsgericht drei junge Männer wegen der Vorgänge verurteilt.

Verantworten mussten sich die 18, 19 und 22 Jahre alten Angeklagten aus dem Frankenberger Land wegen Beleidigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung und versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Laut Anklage soll der 19-Jährige ein ihm bekanntes Paar aufgefordert haben, sich zu entfernen. Die Frau sei dem aber nicht nachgekommen, worauf er sie geschubst habe. Als der Mann daraufhin auf ihn zugekommen sei, habe der Angeklagte ihm ins Gesicht getreten. Der 19-Jährige bestritt die Vorwürfe. Sicher habe er die Frau beleidigt, aber sie habe ihn gestoßen. Auch sei dann sein Kontrahent auf ihn losgegangen. Allerdings, so räumte er ein, habe er dann im Fallen zugetreten. Letztendlich ließen sich die Vorwürfe nicht aufklären.

Geständig zeigten sich alle drei Angeklagten bezüglich der weiteren Anklagepunkte. Demnach hat sich der 18-Jährige seiner Festnahme durch zwei Polizeibeamte widersetzt, indem er sich immer wieder versucht hat, dem Zugriff zu entziehen. Wie die Polizisten berichteten, seien sie von der Gruppe von etwa 15 jungen Männern bedrängt worden. Erst der Einsatz eines Schlagstocks und Pfeffersprays habe die Situation zunächst beruhigt.

Eigentlich habe er die Sache nur aufklären wollen, sagte der 19-Jährige, aber sein Handeln sei sicher falsch gewesen. „Sie wären besser auf ihrem Hintern sitzen geblieben“, sagte Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken.

Das Gericht verurteilte alle drei wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Viel schwerer wiege jedoch die versuchte Körperverletzung, hob Boesken hervor. Wie die Beamten schilderten, und wie es die Angeklagten auch zugaben, seien sie mit faustgroßen Steinen beworfen worden. „Wir wurden bombardiert“, so einer der Zeugen. Der 19- und der 22-Jährige sprachen von einigen Steinen und gaben als Motivation Wut nach dem Pfeffersprayeinsatz an. Jedoch hätten sie zwar in die Richtung der Polizisten geworfen, aber wegen der Schmerzen in den Augen nichts mehr gesehen.

Das Gericht verurteilte den 22-Jährigen zu sieben Monaten auf Bewährung und 100 Arbeitsstunden. Der 18-Jährige bekam eine Woche Jugenddauerarrest und muss 1000 Euro Geldstrafe zahlen. Eine elfmonatige Jugendstrafe, die der 19-Jährige wegen anderer Straftaten derzeit absitzt, wurde um zwei Monate aufgestockt. (kse)

Quelle: HNA

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