Nach 40 Jahren brütet die Eulenart erstmals wieder in Waldeck-Frankenberg

Der Steinkauz ist zurück

Seltener Vogel: Dem Frankenberger Natur- und Tierfotografen Gerhard Kalden ist es gelungen, diesen um den 6. Juli in Ernsthausen ausgeflogenen jungen Steinkauz mit einem starken Teleobjektiv nahe dem Brutort zu fotografieren. Foto: Kalden

Waldeck-Frankenberg/Ernsthausen. Seit 1971 brütete erstmals wieder ein Steinkauz im Landkreis. Eine Nachricht, die in Naturschutzkreisen mit großer Freude aufgenommen wird.

Diese taubengroße Eulenart, die, wie der heimische Vogelexperte Wolfgang Lübcke (Edertal) anmerkt, „früher beileibe keine Seltenheit war und in jedem Dorf vorkam“ galt nach ihrer letzten bekannten Brut im Kreis seit 1971 als ausgestorben. Ohne Brut waren Steinkäuze letztmalig am 26. und 28. Dezember 1984 in Frankenberg-Röddenau beobachtet worden.

In diesem Jahr brütete ein Steinkauz-Paar in einem Rollladenkasten in einem neugebauten Haus am Ortsrand des Burgwalder Ortsteils Ernsthausen. Obwohl die Nabu-Umweltgruppe Burgwald in der Nähe eine spezielle Brutröhre als Nisthilfe für Steinkäuze aufgehängt hatte, suchten sich die Tiere ihr eigenes Quartier.

Naturfreunde überrascht

Die Rückkehr dieses Kauzes mit den weißen Flecken im braunen Gefieder fand große Beachtung in Naturschutzkreisen, da sie einzig für den Landkreis ist und die Rückkehr einer Vogelart nach Waldeck-Frankenberg als Brutvogel nach rund 40 Jahren bedeutet.

Der „Hammer“, so formulierten Naturschützer, sei jedoch, dass die heimischen Ornithologen in diesem Jahr von der Brut mit vermutlich zwei Jungvögeln, die um den 6. Juli ausflogen, überrascht wurden. Die Bewohner der Ernsthäuser Siedlung waren hingegen wenig überrascht: „Das ist schon die dritte Brut hier.“

Schon seit 2010 da?

Das würde heißen, dass der im Kreis als ausgestorben geltende Steinkauz von den heimischen Ornithologen unbemerkt bereits 2010 als Brutvogel zurückkehrte.

In den letzten Ausgaben der „Vogelkundlichen Hefte Edertal“ fehlt ein entsprechender Eintrag über den Steinkauz. Inzwischen wurde der neue Nachweis bei www.ornitho.de eingetragen und damit das Wissen um die Verbreitung des Steinkauzes in Deutschland um ein Stück erweitert.

Die Ursache für den katastrophalen Bestandsrückgang dieser Vogelart sehen Experten in den erheblichen Lebensraumveränderungen.

Naturschutzverbände wie der Nabu und die HGON bemühen sich mit intensiven Schutzmaßnahmen um die Rückkehr dieses kleinen Kauzes, indem spezielle Nisthilfen in dessen potentiellen Lebensräumen installiert wurden und, wie es die NABU-Ortsgruppe Frankenberg zum Beispiel macht, die Kopfweiden gepflegt und erhalten werden.

Von Gerhard Kalden

Quelle: HNA

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