Wolfgang Lübcke stellt 39. Vogelkundliches Heft vor

Der Steinkauz ist zurück im Landkreis

Viel Neues ist im Vogelkundlichen Heft Edertal über die heimische Vogelwelt zu erfahren, darunter auch, dass der Steinkauz (Foto) wieder in den Kreis zurückgekehrt ist. Foto: Gerhard Kalden

Frankenau - Das neue Vogelkundliche Heft Edertal liegt vor. „Ein tolles Material“, betonte Schriftführer Wolfgang Lübcke in Frankenau anlässlich der Vorstellung des 39. Heftes während der Monatssitzung des NABU-Kreisverbandes.

Mit 223 Seiten Text, zahlreichen Fotos und Abbildungen, erstmals durchgehend in Farbe, und einem Preis von acht Euro sind die Informationen aus der heimischen Vogelwelt und des Naturschutzes im Buchhandel und bei NABU-Ortsgruppen erhältlich. Herausgeber der VHE sind der Kreisverband Waldeck-Frankenberg im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Arbeitskreis Waldeck-Frankenberg der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz.

Das Foto einer Bekassine, Vogel des Jahres 2013, von Maik Sommerhage, ziert das Titelblatt des VHE im 39. Jahr in Folge. Auch für dieses Heft gewährte der Landkreis erneut eine finanzielle Unterstützung. 600 Exemplare wurden gedruckt. Davon werden zahlreiche Exemplare an in- und ausländische Abonnenten sowie an namhafte Persönlichkeiten im nationalen und internationalen Naturschutz verschickt. Im Rahmen des Schriftentausches gehen VHE an ornithologische Vereinigung und Bibliotheken. Dadurch besitzen die als herausragend anerkannten VHE einen über die Bundesrepublik hinausgehenden Bekanntheitsgrad.

Wolfgang Lübcke aus Giflitz machte am Mittwoch in Frankenau mit Beispielen die Bedeutung der VHE für Naturschutzverbände, Naturschutzbehörden und Planungsbüros deutlich, für die die VHE Grundlage ihrer naturschutzfachlichen Planungen und Entscheidungen sind.

Dohle: Vogel des Jahres 2012

Schwerpunkte des 39. Heftes liegen auf der Dohle als Vogel des Jahres 2012, dem Sammelbericht mit 90 Seiten und den Naturschutzinformationen, die Frank Seumer zusammenstellte. Insgesamt liegt die Attraktivität der VHE in den Informationen aus der heimischen Vogelwelt, dargeboten in einer Mischung aus leicht verständlichen Texten und wissenschaftlich anspruchsvollen Beiträgen.

Das neue Vogelkundliche Heft enthält Textbeiträge von 15 Autoren und 22 eindrucksvolle Vogelfotos von insgesamt zehn Bildautoren. Berichte und Auswertungen schrieben Jürgen Becker, Philipp Becker, Simon Becker, Hans-Heiner Bergmann, Frank Dach, Gerhard Kalden, Wolfgang Lübcke, Bastian Meise, Felix Normann, Falk Paltinat, Heinz-Günther Schneider, Frank Seumer, Maik Sommerhage, Stefan Stübing und Michael Wimbauer. Die 22 Vogelfotos im Heft 39 stammen von Dieter Bark, Jürgen Becker, Hans-Heiner Bergmann, Frank Dach, Manfred Delpho, T. Diehl, Gerhard Kalden, Bastian Meise, Hermann Sonderhüsken und Michael Wimbauer.

90-seitiger Sammelbericht

Das Herzstück der VHE, der Sammelbericht, umfasst allein 90 Seiten und wurde von 55 Beobachtern zusammengetragen. Er lässt den Leser staunen, welche Vogelarten vom 1. August 2011 bis zum 31. Juli 2012 im Kreis Waldeck-Frankenberg gesichtet wurden. Darunter sind Vogelarten wie Rothals-, Stern- und Prachttaucher, Nachtreiher, Fischadler, Seeadler, Bartgeier, Goldregenpfeifer, Kampfläufer, Zwergmöwe, Trauerseeschwalbe, Wiedehopf, Pirol, Beutelmeise und Schneeammer. Beachtenswert: Der Steinkauz ist in den Kreis zurückgekehrt, der Eisvogel weist nur einen geringen Brutbestand auf, der Affolderner Stausee ist mit 840 sich mausernden Reiherenten der größte Mauserplatz der Reiherente in Hessen und im unteren Edertal wurden 140 singende Nachtigallen nachgewiesen.

Unter „Besondere Feststellungen“ erfährt der Leser, dass es nur noch eine Singschwan-Beobachtung im Kreis gab, erstmals eine Zwerggans nachgewiesen wurde, Wachtelkönige in der Ederaue bei Rennertehausen gehört wurden oder dass es den Flussregenpfeifer im Kreis als Brutvogel nicht mehr gibt. Auch die neueste Auswertung der langjährigen, winterlichen Edervogelzählung kann nachgelesen werden.

Von besonderem Interesse dürfte der Beitrag zum 95. Geburtstag von Karl Staiber, dem vermutlich ältesten aktiven Naturschützer Deutschlands sein.

Von Gerhard Kalden

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