Holzhausen

TSV stellt Chronik vor

- Hatzfeld-Holzhausen (da). Dorflehrer Albert Wagner war 1910 Initiator der Vereinsgründung. Das hat der Buchausschuss herausgefunden, der sich intensiv mit der Vergangenheit des TSV beschäftigt hat.

Ein Bild von Turnern aus dem Jahr 1924 und die originalen Vereinsstatuten von 1910 waren zunächst die einzigen Dokumente aus der Anfangszeit des TSV, die den Vereinshistorikern zur Verfügung standen. „Aus der Zeit vor 1946 gibt es kaum Unterlagen“, sagte Vorsitzender Wolfgang Wipper. Gemeinsam mit Eckard Zissel, Jacqueline Zissel und Annegret Schulze hat er die Chronik erstellt.

Der Buchausschuss verteilte ein Rundschreiben und bat um alte Berichte oder Bilder ab 1910. Doch es gab nur wenig Rücklauf. „Die heute noch lebenden Zeitzeugen waren damals zu jung“, sagte Wolfgang Wipper.

Die Antwort, wie es zur Gründung des TSV – zunächst als reiner Turnverein – kam, erhoffte er sich aus der Schulchronik. Doch die Buchstaben waren in altdeutscher Schrift geschrieben und zudem verblasst. Eckard Zissel, Mitarbeiter der Marburger Archivschule, übernahm die Auswertung.

Heraus kam, dass der damalige Dorfschullehrer Albert Wagner den Holzhäusern zu mehr Bewegung verhelfen wollte. Er hatte an einem halbjährigen Kurs zur Ausbildung der Turnlehrer in Berlin teilgenommen. 1910 wurde zudem die dritte Turnstunde an allen Volksschulen eingeführr. Das sind nach Ansicht der TSV-Historiker die Gründe für die Vereinsgründung. In den Statuten des TSV heißt es: „Zweck des Vereins ist: Ausbildung körperlicher Kraft und Gewandtheit sowie Erweckung und Festigung sittlich mannhafter Gesinnung.“ Generell sei dem Sport eine hohe Bedeutung beigemessen worden, sagte Wolfgang Wipper. Albert Wagner war auch nach der Gründung der Vorsitzende des noch jungen Vereins.

Wagner unternahm damals unter anderem mit den Dorfschülern eine Wanderung nach Winterberg mit Übernachtung in einer Scheune und Besuch auf dem Kahlen Asten. Mit dem Zug kehrten Lehrer und Schüler zurück – bis Allendorf. „Heute ist das undenkbar“, befand Wipper.

Albert Wagners weiterer Werdegang ist in dem Buch ebenfalls beschrieben – er gehörte unter anderem vom 1949 bis 1951 der hessischen Landesregierung an. Er wurde später zum Ehrenbürger Holzhausens ernannt, auch die Hauptstraße des Dorfs trägt seinen Namen.

Die Chronik enthält auch alle Tabellen der Fußballklassen ab 1962/63, in denen der TSV spielte: „Das Buch dürfte deshalb auch für andere Vereine aus dem Fußballkreis interessant sein“, sagte Wolfgang Wipper. Die Fußballer bilden seit der Saison 2008/09 zusammen mit dem Nachbardorf Reddighausen die SG Oberes Edertal. Niedergeschrieben und somit für die Nachwelt erhalten sind weitere Informationen rund um den Verein: Auch über die Damengymnastikgruppe, die Jugend und gesellige Veranstaltungen. Zudem hat der Buchausschuss bedeutende Gegebenheiten der Region aus der Gründungszeit des Vereins notiert: Beispielsweise über den Bau der Eisenbahnstrecke oder die Einweihung des Aussichtsturms auf der nahen Sackpfeife.

Seit April 2009 hat Wolfgang Wipper mit der Forschung begonnen, die Hauptarbeit des Ausschusses begann im November. 450 Exemplare hat der Verein aufgelegt, sie sind ab sofort erhältlich. Demnächst soll auch noch eine CD mit mehr als 700 Bildern aus der TSV-Geschichte erscheinen.

Wipper ist mit dem Buch sehr zufrieden: „Uns ist nicht nur eine Vereinschronik, sondern auch ein Buch der Heimat gelungen – ein Werk, wie es nur wenige Vereine haben.

Das Buch kostet 8 Euro. Verkaufsstellen sind „Heidis Futterkiste“ und der „Tannentreff“. Auch bei den Vorstandsmitgliedern des TSV ist die Vereinschronik erhältlich.

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