Investor will Hospiz im MVZ - Palliativ-Netzwerk stellt sich vor

Sterben ohne zu leiden

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Stadtrat Harald Rudolph (v.l.) übergab eine Spende an Christl Weimann vom ambulanten Hospiz in Frankenberg. Corinna Oertel und Michaela Salamon präsentierten die Arbeit des Palliativ-Netzwerks Waldeck-Frankenberg.Foto: Treude

Frankenberg - Die Angst vor dem Sterben ist meist größer als die Angst vor dem Tod. Schwer erkrankten Menschen wollen Palliativfachkräfte ein würdevolles Lebensende ermöglichen. Im Landkreis behandeln Ärzte und Pflegekräfte viele Patienten. Dafür sorgt unter anderem das Palliativnetzwerk. Ein Investor will zudem im Bockental in Frankenberg ein Hospiz errichten.

Das Internationale Bildungs- und Sozialwerk (Int-BSW) aus Iserlohn hat dem Landkreis ein Kaufangebot für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Bockental vorgelegt. Der Verein mit Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet würde dort gern ein stationäres Mehrgenerationen-Hospiz für Kinder und Erwachsene errichten. Die Kosten für den Umbau sollen bei rund 1,2 Millionen Euro liegen. Das erklärte Int-BSW-Geschäftsführer Prof. Heinrich Schnatmann. „Jetzt sind wir abhängig vom Landkreis“, sagte Schnatmann.

Ursprünglich sei geplant gewesen, bereits Ende des Jahres ins Bockental einzuziehen. Das neue Ziel lautet Mitte 2015. Das MVZ gehört zum Kreiskrankenhaus. Der Landkreis wartet allerdings noch auf Wertgutachten für das Gebäude beziehungsweise berät der Aufsichtsrat des Kreiskrankenhauses über diese.

Das stationäre Hospiz würde Platz für elf Personen bieten. Auch der ambulante Hospizverein aus Frankenberg soll in das Gebäude einziehen. Schnatmann betonte, dass er sich auch ein weiteres Hospiz in der Kreisstadt vorstellen könne: „Wir halten an Korbach fest, wollen aber erst einmal die Einrichtung in Frankenberg installieren."

Neben ambulanten Hospizdiensten gibt es im Landkreis das Palliativ- und Hospiz-Netzwerk Waldeck-Frankenberg. Als sich dieses 2009 gründete, gingen die Mitglieder davon aus, dass sie pro Jahr etwa zehn Patienten betreuen würden. Die Prognose stimmte nicht. 2010 waren es 20 Patienten, 2013 bereits 150. In Waldeck-Frankenberg sind 18 Ärzte im Palliativnetzwerk aktiv. Mehr als 13 Pflegeeinrichtungen stellen zudem 36 weitergebildete Palliativ-Pflegekräfte zur Verfügung. (tt)

Mehr über die Arbeit des Palliativ-Netzwerks lesen Sie in der Frankenberger Zeitung von Freitag, 31. Dezember.

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