Gemünden: Vortrag im Alten Bahnhof

Der Stern und die Weisen

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Klaus Obermann, Bernhard Böttge und Iris Kramer beim Vortrag im Alten Bahnhof.

Gemünden - Der Stern von Bethlehem stand im Mittelpunkt des Vortragsabends von Bernhard Böttge im Güterschuppen des Alten Bahnhofs. Kurz vor dem "Dreikönigsfest" am 6. Januar rückte er die drei Weisen aus dem Morgenland und den Stern, dem sie folgten, in den Fokus.

Drei Weise aus dem Morgenland folgten einem Stern, der sie nach Bethlehem führte, wo sie dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe überbrachten - kurz nach dem Weihnachtsfest ist die Erzählung aus dem Matthäus-Evangelium noch frisch in den Köpfen der Besucher verankert.

Doch was ist Fakt, und was ist Fiktion? Die Erzählung rund um die drei Könige aus dem Morgenland aus dem Matthäus-Evangelium bildete den Ausgangspunkt des rund einstündigen Vortrags. „Wir wollen heute Abend einmal betrachten, welche Fakten aus der Erzählung sich belegen lassen“, sagte Böttge. Diese Frage bildete den roten Faden des Abends.

Anhand der Beschreibungen, die sich in der Erzählung finden, versuchte er zu rekonstruieren, welchen Stern die drei Könige damals beobachtet haben könnten. „Unsere Geschichte ist an den Sternen ablesbar“, erläuterte Böttge und nahm die Besucher mit auf eine astronomische Zeitreise in die Zeit um Jesu Geburt. Wie konnten die drei Könige einem Stern „folgen“ und kann ein Stern überhaupt den genauen Ort einer Geburt anzeigen?

Um diese Fragen zu beantworten, erläuterte Böttge zunächst, wie die Wissenschaft heute mit Sternen umgeht und welchen Stellenwert die Astronomie zur Zeit von Jesu Geburt hatte. Die Sternenkunde der Babylonier bilde Fundamente, die noch heute genutzt werden, erklärte er.

Könige suchten Rat bei Astronomen und richteten ihr Handeln nach den Deutungen aus. Indem man besondere Sternenkonstellationen der Antike beobachte, könne man Vermutungen anstellen, welchem Stern die drei Weisen gefolgt sein könnten. „Die Bibel liefert uns Fakten“, sagte Böttge zum Abschluss. „Aber erst durch unsere Interpretation werden diese bedeutsam.“ Und genau über diese unterschiedlichen Interpretationen diskutierten die Besucher im Anschluss angeregt. Untermalt wurde der spannende Vortrag von Projektionen von Bildern und Grafiken sowie Bibeltexten und den Bildern von Künstlerin Iris Kramer, die noch bis zum 11. Januar im Güterschuppen ausgestellt sind. (kty)

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