Haina (Kloster)

Stifter retten wertvolle Klosterfenster

- Haina (Kloster). Mit einigen großen und vielen, vielen kleinen Spenden haben Menschen aus ganz Deutschland zur Erhaltung von fünf Fenstern beigetragen, die bundesweit von Bedeutung sind. So standen dem Verein „Freunde des Klosters Haina“ 137 000 Euro für die Restauration zur Verfügung.

Um 1250 sind die fünf Fenster im unteren nördlichen Langhaus der Hainaer Klosterkirche entstanden. Der Dreck von Jahrhunderten und Feuchtigkeit hatten das Glas dunkel und lichtundurchlässig werden lassen. Einige Farbschichten blätterten ab. Nun fällt wieder Licht durch die Scheiben, die die Zisterzienser-Mönche einst eingesetzt hatten. Die Fenster wurden aufwendig und fachgerecht restauriert. Insgesamt 137 000 Euro haben Stifter und Spender dafür aufgebracht. Am Dienstag hatten der Verein „Freunde des Klosters Haina“ und der Landeswohlfahrtsverband die insgesamt 201 Spender eingeladen, die sich mit unterschiedlichsten Beträgen an der Rettung der Kirchenfenster beteiligt hatten. Etwa die Hälfte davon war der Einladung gefolgt und wohnte in der Klosterkirche der Dankfeier bei. Für einen akustisch gewaltigen Auftakt sorgte Uwe Holst an der Orgel. Er bereicherte das Programm mit Stücken von Bach, Reger und Mendelssohn Bartholdy und sorgte damit für einen feierlichen Rahmen. Peter Lein, Vorsitzender der Klosterfreunde, eröffnete den Reigen der Danksagungen. „So groß wie die Freude heute ist, so groß war die Skepsis am Anfang des Projekts“, erinnerte Lein. Vorstandsmitglied Wilhelm Helbig und Landesdenkmalpfleger Dr. Bernhard Buchstab hätten das Projekt „Stifterfenster“ gedanklich auf die Schiene gebracht und dann die Vereinsvorstandsmitglieder Manfred Scholz, Manfred Albus sowie die Zuständigen von Landesdenkmalamt und Landeswohlfahrtsverband davon überzeugt. Der Verein der Klosterfreunde, der Kirchenvorstand, der LWV und das Denkmalamt hätten gemeinsam erfolgreich als Quartett agiert, betonte Lein. Er bedankte sich besonders bei seinem Vorgänger Manfred Scholz, der „viel Geduld und Nerven aufgebracht“ habe. „Wir hatten zwischendurch das Gefühl, unser Weg bestehe nur aus Steinen und Felsbrocken“, erinnerte er an die Rückschläge – etwa, als die Kostenschätzungen für die Restauration von 75 000 auf 117 000 Euro und dann auf 130 000 Euro anstiegen. Peter Lein betonte, dass für den Verein alle Spenden denselben ideellen Wert hätten: „Jede noch so kleine Spende zeigt die Verbundenheit, die Sie, liebe Spenderinnen und Spender, zum Kloster Haina und zu den Grisaillefenstern haben und hatten.“ LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann bezeichnete das Stifterfenster-Projekt als „ein ganz außerordentliches Beispiel für Bürgersinn“. Auch er dankte den Spendern für ihr Engagement. „Ist das nötige Geld vorhanden, ist das Ende meistens gut“, zitierte er Brecht. „In diesem Fall ist das Ende prachtvoll.“ Auch er räumte ein, anfangs Zweifel gehabt zu haben. „Aber Sie ließen sich nicht entmutigen“, lobte er die Mitglieder des Vereins, „und das ist belohnt worden.“ Herzliche Worte des Dankes sprach den Spendern und Stiftern Prof. Dr. Gerd Weiß aus. Der Präsident des Landesamts für Denkmalpflege hielt einen Festvortrag über die ältesten Fenster der Hainaer Kirche (siehe Kasten auf dieser Seite). Der Hainaer Pfarrer Dr. Jörg Mosig lenkte den Blick der Festgäste vom Kulturdenkmal zum Gotteshaus. Die Zisterzienser hätten gewusst, dass die Menschen mehr Raum nötig haben als den Wohnraum. Faktoren wie Wirtschaftlichkeit spielten eine untergeordnete Rolle beim Bau der Kirche. Manch einer möge sich fragen, ob „mehr als 130 000 Euro für Fenster“ nicht verschenkt seien, sagte Mosig und beantwortete die Frage eindeutig mit einem Ja: Das Geld sei verschenkt worden – für Gottesdienste, für einen Ort der Besinnung. „Diese Fenster sind mehr als geschützte Scheiben für den Lichteinfall“, betonte der Pfarrer. Sie verwiesen auf das Licht in seiner Reinform. Im Anschluss an den Festakt luden die Klosterfreunde zu einem Imbiss und Gesprächen im Kreuzgang und im Rosengarten des Klosters ein.

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