Politik in Battenberg

Stimme der Jugend soll gehört werden

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Battenberg - In Battenberg soll die Jugend ihre Heimat mitgestalten und für junge Menschen lebenswerter machen. Der Jugendausschuss will einen Kinder- und Jugendbeirat. Engagierte Erwachsene haben sich gefunden, um junge Menschen in die Politik zu begleiten.

Die Jugend soll mitreden! Dieses Signal sendete der Jugend-, Sport- und Kulturausschuss deutlich aus. Die Politiker empfehlen der Stadtverordnetenversammlung einstimmig, einen Kinder- und Jugendbeirat einzurichten. In dem Beirat sollen die Kinder und Jugendlichen über alle Themen beraten, die ihre Interessen berühren und ihre Ansichten schließlich auch in den Ausschüssen und im Parlament der Stadt vertreten dürfen.

Die Idee für den Beirat hatte die Arbeitsgruppe „Kinder und Jugend“, die sich aus dem Projekt „Zukunftssicherung Battenberg“ heraus gebildet hat. Thema war dabei der demografische Wandel: „Wir haben überlegt, was mit Battenberg passieren wird, wenn man in die Zukunft schaut“, sagte Wolfram Hattner in der Ausschusssitzung. Der Battenberger hat selbst zwei Kinder und weiß, dass viele junge Leute ihre Ausbildung nicht in der Heimat machen: Zu wenig Angebote, schlechte Verkehrsanbindungen und weit entfernte Schulstandorte für manche Ausbildungsberufe seien Gründe dafür. „Wenn die Jugendlichen weggehen, dann reißen die ersten Anbindungen, und es wird schwerer, sie zurückzuholen.“

Geklappt hat das beispielsweise bei Mareike Steiner. Sie hat die Stadt wegen ihrer Ausbildung verlassen, wohnt heute wieder in Battenberg und bringt sich in die Arbeitsgruppe ein. Die Gruppe hat die Hoffnung, dass sie dem Abwandern der jungen Menschen entgegenwirken kann. „Das geht am besten, wenn die Jugend Lösungsvorschläge mit einbringt“, sagte Hattner. „Denn sie wissen, was sie brauchen.“

In einem Beirat sollen junge Menschen politisch gestalten und sich etwa mit Themen wie Jugendsozialarbeit, Prävention von Alkoholmissbrauch, mit Jugendräumen, Bolzplätzen und mit der Planung von Freizeitprogrammen für Kinder und Jugendliche befassen dürfen.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe wollen nach dem positiven Signal aus dem Ausschuss nun beginnen, über Vereine und Jugendclubs mit den jungen Battenbergern zu sprechen, über den geplanten Beirat zu informieren und vor allen Dingen zu unterstützen. Denn mit der Wahl eines solchen Beirats ist die Arbeit für die Gruppe der engagierten Erwachsenen noch nicht getan: „Wir wollen Zeit investieren und die Kinder und Jugendlichen auf die politische Arbeit vorbereiten, damit ihre Stimme laut wird“, sagte Hattner. Die Stimme der Jugendlichen müsse dann auch von der Politik gehört werden - alles stehe und falle damit, dass die jungen Menschen das Gefühl bekommen, etwas bewegen zu können, betonte der Ausschussvorsitzende Günter Wack (Bürgerliste Battenberg).

Ein erster Schritt ist getan: Der Ausschuss empfiehlt dem Parlament, in der nächsten Sitzung am 14. März die eigene Geschäftsordnung zu verändern und einen Jugendbeirat zuzulassen. Das wird der Startschuss für die Arbeitsgruppe, um Jugendliche für den Beirat zu suchen. Auf die jungen Menschen wartet dann gleich die erste Aufgabe: Sie müssen sich eine eigene Geschäftsordnung mit Rechten und Pflichten geben.

Im zweiten Schritt versucht Christian Marschik, Mitglied der Arbeitsgruppe und Lehrer an der Gesamtschule, ein Wahlpflichtangebot an seiner Schule zu etablieren. „Über den Kurs wollen wir Schüler in die Politik einführen. Vielleicht finden sich dort auch Mitglieder für den Beirat.“

Bürgermeister Heinfried Horsel sieht gerade den Weg über die Schule als wichtigen Punkt an: „Eine bessere Chance, an junge Leute zu kommen, können wir nicht bekommen.“

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