Roswitha Stark und Erich Hirt teilen grundsätzliche Kritik der Allendorfer SPD

Streit um Leiharbeiter

Allendorf-Eder. Eine kontroverse Debatte hat es am Donnerstag im Gemeindeparlament über die Beschäftigung von zwei Leiharbeitern beim städtischen Bauhof gegeben. Das Parlament hatte über 36 500 Euro zusätzliche Lohnkosten für den Einsatz von zwei Mitarbeitern im Sommerhalbjahr zu beschließen.

In „seltener Einigkeit“ mit Roswitha Stark (CDU) und Erich Hirt (BLO) übte SPD-Fraktionschef Klaus Hofmann Kritik: „Die SPD lehnt Leiharbeit aus grundsätzlichen Überlegungen ab.“ Als Arbeitgeber sei die Gemeinde Allendorf dem Gemeinwohl verpflichtet und sollte „richtige und vernünftig bezahlte Arbeitsplätze schaffen“, statt Personalprobleme „auf dem Rücken von Leiharbeitern“ auszutragen.

Feste Stellen kosteten mehr Geld, hielt Bürgermeister Claus Junghenn dagegen. In den Vorjahren habe die Gemeinde sechs bis acht „Gelegenheitskräfte“ für die Grünpflege in den Sommermonaten beschäftigt. Die Option auf so genannte Ein-Euro-Jobber sei jedoch ausgelaufen. „Ich denke, dass wir vernünftige Konditionen ausgehandelt haben“, sagte Junghenn. Mit acht Euro in der Stunde seien die beiden Saison-Mitarbeiter „ausreichend bezahlt“.

Als Kommune sollte man nicht unbedingt die Leiharbeit fördern, sagte Roswitha Stark. Was der Bauhof nicht leisten könne, das könne man auch an Fremdfirmen vergeben. „Haben wir denn mal bei den Landwirten gefragt?“, wollte Roswitha Stark wissen.

BLO-Fraktionschef Erich Hirt ist überzeugt, dass man „für 3000 Euro pro Person und Monat auch vernünftige Arbeitsverhältnisse schaffen kann“. Hirt sprach sich dafür aus, Mitarbeiter befristet bei der Gemeinde einzustellen.

„Dann muss das Gras eben wachsen.“

Claus Junghenn

Auf Nachfrage von Claus-Jürgen Müller (CDU) stellte sich dann heraus, dass die beiden zusätzlichen Bauhof-Mitarbeiter bereits zum 1. April für sechs Monate vom Gemeindevorstand als Leiharbeiter eingestellt worden waren. „Hier geht es nur noch um die Mittelbereitstellung“, stellte Claus-Jürgen Müller klar.

„Da muss ich doch mal Kritik an der Verfahrensweise üben“, sagte Klaus Hofmann. „Wir sind hier doch kein Abnick-Verein.“

Bürgermeister Junghenn stellte die Gemeindevertreter vor knallharte Alternativen: „Die Arbeiter sind seit April bei uns beschäftigt. Wenn das Parlament dem nicht folgt, werden die beiden morgen entlassen. Dann muss das Gras eben wachsen.“

Dazu kam es nicht. Mit 16 Stimmen aus den Reihen von CDU, BLO und FDP wurde die Beschäftigung der beiden Leiharbeiter beschlossen. Die SPD stimmte geschlossen dagegen. Erich Hirt (BLO) enthielt sich der Stimme. Damit können die Leiharbeiter weiterhin für die Grünpflege eingesetzt werden. (off)

Quelle: HNA

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