Studie: Jugendliche schlafen zu wenig

Waldeck-Frankenberg. Viele junge Leute leiden unter permanentem Schlafmangel, was sich ungünstig auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit auswirkt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Gesundheitsforschern aus Dillenburg und Marburg.

Sie haben dafür 8000 Jugendliche und junge Erwachsene befragt und untersucht – auch in Waldeck-Frankenberg. Das Resultat: Im Durchschnitt schlafen die Jugendlichen während der Woche etwas mehr als sechseinhalb Stunden pro Nacht und am Wochenende neun Stunden. Damit schlafen viele deutlich weniger als ältere Erwachsene, obwohl sie in ihrer Lebensphase eigentlich mehr Schlaf benötigen.

Jeder Fünfte schläft sogar in der Woche weniger als sechs Stunden. Guter und ausreichender Schlaf sei wichtig für die Gesundheit, gerade für Heranwachsende, erklärt Prof Dr. Ulrich Koehler vom Schlafmedizinischen Zentrum am Universitätsklinikum Gießen/Marburg.

Eher abends aktiv

Junge Menschen haben aus biologischen Ursachen einen anderen Rhythmus, sie sind abends eher lange aktiv und würden morgens gern bis acht Uhr oder länger schlafen, wenn es möglich wäre. Aufgrund des frühen Arbeits- oder Schulbeginns haben viele ein permanentes Schlafdefizit.

„Knapp zwei Drittel der Jugendlichen fühlen sich tagsüber nicht ausgeruht und leistungsfähig“, berichtet Koautor Dr. Manfred Betz. „Sie leiden zudem verstärkt an psychischen Beschwerden, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und fehlen häufiger am Arbeitsplatz oder in der Schule.“

Jeder Fünfte berichtete sogar von Schlafstörungen. Starke Tagesmüdigkeit führe auch zu erhöhter Unfallgefährdung, warnen die Autoren und fordern, das Thema Schlaf bei der Gesundheitsförderung mehr zu berücksichtigen: Arbeiten, für die hohe Konzentration nötig ist, sollten erst ab 9 Uhr verlangt werden.

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Quelle: HNA

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