Auch die Bürger sollen gefragt werden

Allendorf und Bromskirchen geben Studie über Fusion in Auftrag

Ottmar Vöpel, Bürgermeister in Bromskirchen

Allendorf/Bromskirchen. Die Gemeinden Allendorf und Bromskirchen, die bereits eine Verwaltungsgemeinschaft bilden, rücken noch näher zusammen.

In einer gemeinsamen Sitzung beider Gemeindevertretungen wurde eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht, die Vor- und Nachteile einer Fusion ausloten soll. Es wäre der erste Zusammenschluss im Landkreis seit der Gebietsreform in den 1970ern.

Thomas Fiedler von der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung, der beim Neujahrsempfang des Mittelzentrums Allendorf/Battenberg die Festrede gehalten hatte, soll die Studie erarbeiten. Die Kosten der Machbarkeitsstudie von etwa 50.000 Euro hoffen die beiden Kommunen, vom Land Hessen erstattet zu bekommen. In etwa einem Jahr, so Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn, könnte die Studie vorliegen.

„Wir müssen die Menschen aus beiden Gemeinden aktiv an weiteren Schritten beteiligen und dürfen ihnen nichts überstülpen“, betonte Junghenn. Bedenken aus der Bevölkerung könne man beispielsweise durch Bürgerversammlungen „zu bestimmten Themen“ entgegenwirken.

Er finde den eingeschlagenen Weg „absolut richtig“ und vor dem Hintergrund der Herausforderungen unserer Zeit „unabdingbar“, sagte Bromskirchens Bürgermeister Ottmar Vöpel. „Das Ergebnis dieser Studie wird die Argumente liefern, die für oder gegen eine Fusion sprechen.“

Wenn die Machbarkeitsstudie positiv ausfalle und beide Parlamente grünes Licht geben, kann sich Junghenn vorstellen, die Einwohner aus Allendorf und Bromskirchen parallel zur Kommunalwahl 2021 über eine Fusion abstimmen zu lassen. Ottmar Vöpel sieht das ähnlich: „Die eigentliche Entscheidung über eine Fusion muss die Bevölkerung treffen.“ Vöpel kann sich ein Bürgervotum sogar schon in dieser Legislaturperiode vorstellen.

Hintergrund: Zwei Kommunen wachsen zusammen

Dass die Gemeinden Allendorf und Bromskirchen möglicherweise fusionieren, hat auch damit zu tun, dass die früheren und amtierenden Bürgermeister gut miteinander „können“. Das war bei Karl-Friedrich Frese und Claus Junghenn so, das scheint auch bei Ottmar Vöpel und Junghenn zu passen.

Die Zusammenarbeit zwischen Allendorf und Bromskirchen klappt schon lange. Aus einem lockeren Austausch wurde zum 1. April 2012 der Zusammenschluss der Standesämter. Im Mai 2014 unterschrieben die Bürgermeister und Ersten Beigeordneten eine Vereinbarung zur Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft zum 1. Januar 2015. Diese funktioniert seitdem reibungslos. Auch die Bauhöfe der Gemeinden wurden bereits zusammengelegt.

Seit 2017 ist das Bürgermeisteramt in Bromskirchen nur ein Ehrenamt.

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