Frankenberg

Stück Stadtgeschichte geht zu Ende

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- Frankenberg (apa). Ein letztes Paar Gummistiefel steht noch auf einem sonst leeren Regalbrett. Die Schreibtische sind verlassen, die Schränke bis auf wenige Reste ausgeräumt, das Lager ist leer. Das einstige Zentrum für den landwirtschaftlichen Handel im Altkreis ist Geschichte.

Das Kornhaus in der Siegener Straße 4 war etwa 100 Jahre lang Dreh- und Angelpunkt für den landwirtschaftlichen Handel im Frankenberger Land. Von dort aus wurden die Raiffeisen-Lager in den Dörfern beliefert, über Jahrzehnte brachten Landwirte aus dem ganzen Frankenberger Land ihre Ernte dorthin. Doch in den vergangenen Jahren hat sich Raiffeisen auf den neueren Standort in der Siegener Straße 34 konzentriert. Am Kornhaus wurden seither nur noch die nötigsten Instandsetzungen vorgenommen.

Mit dem geplanten Bau der Eder-Galerie – jetzt „Frankenberger Tor“ – hat der Umzug nichts zu tun, betont Klaus Brüne, der verantwortlich für die vier Niederlassungen im Außenstellenbezirk Frankenberg-Wetter ist: „Die Pläne, das Kornhaus aufzugeben, gab es schon, als die Eder-Galerie noch gar kein Thema war.“ Der Grund für den Umzug ist ohnehin deutlich zu sehen: Der Zahn der Zeit hat sichtlich an dem Gebäude im Umfeld des Frankenberger Bahnhofs genagt. „Der Standort war einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt Klaus Brüne. „Schon seit knapp zehn Jahren stand fest, dass das Kornhaus aufgegeben werden soll“, bestätigt Armin Hesse von der Frankenberger Raiffeisen-Zentrale.

In den vergangenen Tagen wurde dieser Plan in die Realität umgesetzt: Die zehn Mitarbeiter aus dem Kornhaus sind mitsamt dem gesamten Sortiment ein paar Hundert Meter weiter in Richtung Stadtrand umgezogen, dorthin, wo sich bereits die Landmaschinenwerkstatt, der große Siloturm und seit drei Jahren auch die 24-Stunden-Tankstelle befinden. „Dadurch haben wir jetzt alle Angebote an einem Ort“, sagt Brüne.

Ob das leer stehende Gebäude abgerissen wird oder nicht, können weder Hesse noch Brüne beantworten. Nicht zuletzt hängt diese Entscheidung davon ab, ob das Einkaufszentrum „Frankenberger Tor“ gebaut wird oder nicht.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 17. November

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