Bauprojekt „Frankenberger Tor“: Firma aus Baunatal macht altes Kornhaus dem Erdboden gleich

Stunden des „Raiffeisen“ sind gezählt - Video online

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In Frankenberg tut sich etwas: Nach fast zehnjähriger Planung beginnen die Vorarbeiten für den Bau des Einkaufszentrums.

Frankenberg - Mehr als 100 Jahre stand das fünfstöckige Kornhaus wie ein Wahrzeichen in der Siegener Straße. Vermutlich heute Abend wird das markante Gebäude Geschichte sein. Ein Spezialbagger mit Abbruchzange reißt es seit gestern etagenweise ab.

Sören Ollesch ist bester Dinge. „Als läuft nach Plan“, sagt der Projektleiter der Firma Ten-Brinke, die auf dem Balzer-Raiffeisen-Areal bis Ende nächsten Jahres das „Frankenberger Tor“ errichtet. Als Bauleiter koordiniert er die Arbeiten, die seit Montagmittag spektakulär sind. In der vergangenen Woche hatte die mit dem Abriss beauftragte Firma aus Baunatal Vorarbeiten geleistet. Am Montag kam dann der große Bagger zum Einsatz. Binnen eines halben Tages verwandelte das Spezialgerät mit Abbruchzange das fünfstöckige Gebäude zumindest zur Hälfte in einen Schuttberg.

Anders als erwartet lag der keineswegs in einer Staubwolke. Sowohl vom Boden als auch vom Bagger aus wurde die Baustelle mit Tausenden Litern Wasser benebelt - um den Staub zu binden. Vorsorglich hatte die Stadt den Abschnitt der Siegener Straße auch für den Durchgangsverkehr gesperrt. Am Dienstag soll der Rest des Kornhauses dem Erdboden gleichgemacht werden. „Man kann ja nur schätzen, aber beim Abbruch dürfte so etwa 6000 Kubikmeter verwertbares Material anfallen“, erklärt Ollesch und verweist auf die einzelnen Berge, die der Bagger bereits beim Abriss auftürmt. „Alles wird separiert.“ Das Mauerwerk wird in den nächsten Tagen vor Ort gebrochen und soll dann in einigen Wochen als Unterbau für das Einkaufszentrum wieder eingebaut werden. Doch nicht alles wird recycelt.

„Es gibt auf dem Gelände ja auch Altlasten.“ Vor allem eine angrenzende Halle sei asbestbelastet gewesen. „Das haben wir fachgerecht entsorgt.“ Auf anderen Haufen türmen sich Holz und Metall, das abgefahren wird - mit anderem nicht zu verwertenden Material. Das holen die Arbeiter dieser Tage auch aus den anderen Gebäuden im Kreuzungsbereich der Siegener und der Röddenauer Straße. „Die vorderen Wohn- und Geschäftshäuser werden entrümpelt.“ Wenn auch sie abgerissen sind, folgt der Rückbau der Asphaltflächen. „Das kontaminierte Material wird abgefahren, alles andere verwenden wir ebenfalls weiter.“ Bis die Gründungsarbeiten für das Einkaufszentrum Anfang September beginnen stehen auf dem Aufgabenzettel von Sören Ollesch noch umfangreiche Erdarbeiten.

Rund 10.000 Kubikmeter Boden sollen bewegt werden, „um eine ebene Fläche zu erhalten. Die Höhen sollen alle identisch sein.“ Sollte es keine Überraschungen geben, könnte dann wie geplant mit dem Neubau der seit neun Jahren diskutierte Galerie begonnen werden.

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