Battenberg

Suche nach Löchern in Kanalrohren

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- Battenberg (da). Die Bürgermeister aus dem oberen Edertal raten allen Hausbesitzern, nicht auf Angebote von Firmen einzugehen, die Kanalanschlüsse prüfen wollen. Diese Aufträge wollen die Kommunen vergeben – sie erhoffen sich geringere Kosten für die Grundstückseigentümer.

Die Kanalleitungen bereiten so manchem Stadtkämmerer schlaflose Nächte. Müssen die Abwasserrohre saniert werden, sind die Millionen schnell ausgegeben. Die Kommunen sind über die sogenannte Eigenkontrollverordnung gezwungen, ihr Kanalsystem zu überprüfen. Künftig müssen jedoch nicht nur die kommunalen Leitungen nachgewiesenermaßen in Ordnung sein: Auch private Hausanschlüsse sollen bis zum Jahr 2025 überprüft werden. Gemeint sind die Leitungen, die vom Haus bis zum öffentlichen Kanal verlegt sind.

Die Überprüfung allerdings ist teuer – und kaum ein Hausbesitzer kennt sich mit der Thematik aus. Im oberen Edertal wollen die Bürgermeister ihren Bürgern deshalb das Problem abnehmen. Heinfried Horsel (Battenberg), Uwe Ermisch (Hatzfeld), Claus Junghenn (Allendorf) und Karl-Friedrich Frese (Bromskirchen) hoffen vor allem auf Kostenersparnis. Denn wenn ohnehin die Kanalleitungen mit speziellen Kameras durchfahren werden, können die Hausanschlüsse direkt mit überprüft werden – das spart Kosten.

Auf dieses gemeinsame Vorgehen haben sich die Rathauschefs im Rahmen des „Kommunalen Dienstleistungsverbunds Oberes Edertal“ verständigt, erläuterten sie während einer Sitzung im Battenberger Rathaus. Allerdings seien bereits „windige Geschäftemacher“ unterwegs, die verunsicherte Hausbesitzer auf die neue Verordnung hinweisen und für viel Geld die Überprüfung vornehmen wollen. Die Bürgermeister raten Grundstückseigentümern, solche Angebote abzulehnen, und weisen auf die eigenen Pläne der Überwachung hin – ihren Angaben nach ist es für die Hausbesitzer günstiger, die Untersuchung von den Kommunen übernehmen zu lassen.

„Wir wollen die Grundstückseigentümer sensibilisieren“, sagt Karl-Friedrich Frese, der sich federführend mit der Umsetzung der Eigenkontrollverordnung beschäftigt hat. 2013 sollen die Durchfahrungen mit Kameras beginnen, zunächst in älteren Straßenzügen, in denen am ehesten Schäden zu erwarten sind.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 22. September.

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