HNA sucht den ruhigsten Ort in Waldeck-Frankenberg

Ruhe auf dem Land: Ein paar Hundert Meter querfeldein reichen aus, um ein ruhiges Plätzchen zum Erholen zu finden. Wer nicht weit reisen möchte, findet auch in Waldeck-Frankenberg schnell charmante Orte, die kein Reiseführer anpreist und es doch wert sind, entdeckt zu werden. Foto: Rösner

Waldeck-Frankenberg. Wo ist der ruhigste Ort im Landkreis? Dieser Frage ist HNA-Redakteurin Stefanie Rösner nachgegangen. So viel sei verraten: Stille ist gar nicht so leicht zu finden.

Los geht es in unserem Garten in Berndorf, wo Hortensien blühen und nach Erholung aussehen. Doch prompt beginnt Baulärm im Haus, das gerade renoviert wird. Die Suche führt per Auto über einen Wirtschaftsweg, denn die übliche Straße ist zu stark befahren. Felder und Wiesen sehen idyllisch aus, aufgetürmtes Heu wirkt harmonisch. Bäume rascheln im Wind hinter mir, und der Lärm der Bundesstraße ein paar hundert Meter weiter ist deutlich zu hören. Die Ruhe ist noch weit weg.

In Korbach ertönt eine Sirene. Ein Rettungswagen überholt eine Fahrzeugkolonne. Der Puls wird schneller, die Retter dürfen nicht aufgehalten werden. Schnell Platz machen. Und danach raus aus der Stadt.

Richtung Lichtenfels ist sicher eine gute Idee. Dort gibt es kleine Dörfer, Wanderwege, keine Windräder und sowieso keine Autobahn. Wegen der Umleitung vor Goddelsheim führt die Strecke über Immighausen. Das Autoradio dürfte nicht laufen, wenn es ruhig sein soll. Aber nein, stattdessen den Motor zu hören ist nicht besser.

Mehrere Hochsitze vor dem Wald sehen einladend und nach ruhigen Plätzen aus. Doch welchen Weg kann man dem Auto zumuten? Wie weit will ich laufen, um den ruhigsten Ort zu finden? Und gibt es dort noch Handyempfang? Das Mobiltelefon zeigt hier nur einen von vier Balken an. Nicht schlecht, wenn man die Ruhe sucht. Besser wäre wohl gar keiner. Nach ein paar Metern Wirtschaftsweg steige ich aus und gehe Richtung Wald, nur 300 Meter von der Landesstraße entfernt, doch die wenig befahrene Straße ist nicht zu hören. Stattdessen Zwitschern, Zirpen, ein Windhauch, der durchs Weizenfeld zieht, die eigenen Schritte im Gras, der Atem. Auch den Duft der Umwelt nehme ich wahr. Sofort verändert er sich, als ich den Wald betrete.

Kurz vor Fürstenberg sieht man nichts als eine hügelige Landschaft mit viel Wald. Kurz dahinter lockt ein Schild zu einer Entdeckungstour: „Liebespfad“. Das muss doch ein ruhiger Ort sein. Nur einen Steinwurf entfernt vom Dorf gelangt der Wanderer in eine andere Welt. Wer den schmalen Pfad hinabläuft, zwischen Buchen und Eichen, hört das Laub unter den Füßen knistern. Zweige und Tannenzapfen rollen darunter hinweg. Viel Grün, tolle Luft, das Blinzeln der Sonne zwischen den Blättern. Und doch: Ein Fahrzeug ist in der Ferne zu hören, dann ein Flugzeug. Leise Geräusche stören den Frieden.

Auf der Suche nach dem ruhigsten Ort in Waldeck-Frankenberg

Zurück im Auto - Dr. Alban singt Halleluja. Spätestens jetzt ist Schluss mit Ruhe: Die Radiowerbung gibt alles. Auch die holprige, schlaglochgeprägte Landessstraße zwischen Sachsenberg und Niederorke ist nichts für Ruhe-Suchende.

In Richtung Viermünden wird die Fahrt angenehmer. Eine Gruppe Reiter kommt entgegen, Hufeisen klappern auf dem Asphalt. Ein paar Kilometer weiter ist kein Mensch weit und breit. Hier kann es nicht mehr weit sein bis zum ruhigsten Ort. Ich laufe in den Wald, nur ein Stück weit vom Weg ab. Eine Familie spaziert herbei - Urlauber aus Mönchen-Gladbach. Sie fragen, ob ich mich verlaufen hätte. Ein gutes Zeichen.

Kennen auch Sie, liebe Leser, ruhige Ort in Waldeck-Frankenberg? Wo ist Ihr stiller Lieblingsort? Schicken Sie uns ein Foto davon, gerne auch als Selfie mit sich selbst, an frankenberg@hna.de. Schreiben Sie bitte auch dazu, was und wen das Foto zeigt.

Quelle: HNA

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