Frankenberg

Suchtberatungsstelle informiert über Risiken von Geldspielen

- Etwa 600 Menschen im Landkreis sind spielsüchtig.Mit einer Bodenplakat-Aktion in der Fußgängerzone machte die Suchtberatungsstelle Frankenberg auf die Risiken des Glücksspiels aufmerksam.

Frankenberg. „Heute schon gewonnen?“ – Was auf den ersten Blick wie Werbung für ein Gewinnspiel wirkte, forderte die Passanten in der Frankenberger Fußgängerzone zum Antworten und Nachdenken auf. Mit einem großen Plakat, das auf dem Boden ausgebreitet war, forderten Sozialtherapeut und Suchtberater Dieter Schmitz und Gabriele Fock von die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes die vorbeigehenden Menschen auf, ihre Ansichten zum Thema Glücksspiel zu überdenken. Sie konnten mit Kreuzen ihre Zustimmung zu vorgegebenen kontroversen Antworten geben, etwa „Spielsucht ist eine Krankheit“ oder „Ohne Risiko im Spiel ist das Leben langweilig“. Die Meisten, die antworteten und mit denen Therapeut Schmitz ins Gespräch kam, waren sich der Risiken und auch der Suchtgefahr, die vom Glücksspiel ausgehen, durchaus bewusst. „Überrascht waren sie hingegen, wenn wir mal gemeinsam überlegt haben, wie viele Spielhallen es in Frankenberg gibt“, berichtete Beratungsstellenleiterin Fock. Die sogenannte Spielhallendichte ist hier die Vierthöchste in Hessen: Auf 170 Einwohner kommt ein Geldspielautomat. Laut Schmitz gibt es im Landkreis rund 600 Spielsüchtige. Die Frankenberger Glücksspieler haben 2007 rund 1,9 Millionen Euro verloren. Die Frage auf dem Plakat müsste also eigentlich anders formuliert sein – denn dass der Spieleinsatz verloren geht, ist wahrscheinlicher als ein Gewinn. (mba)

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