Frankenberger Burgwaldschule lud Jörg Kabierske zum Sicherheitstraining ein

Surfen kann gefährlich sein

Erfahrungsaustausch am Bildschirm: Medientrainer Jörg Kabierske merkte bei seinen Gesprächen mit Burgwaldschülern sehr schnell, dass sie bereits erfahrene Nutzer von Computer und Handy sind. Foto: Völker

Frankenberg. „Ich war nur zehn Minuten auf der Webseite, aber nach Tagen kam eine Rechnung über 100 Euro“, erzählt eine Schülerin. Andere ihrer Altersgruppe haben auch unangenehme Erfahrungen im Internet gemacht – mit Datenklau, Cyber Mobbing, Herunterladen illegaler Daten.

Auf Einladung der Frankenberger Burgwaldschule stand jetzt im evangelischen Gemeindehaus auf dem Hinstürz Jörg Kabierske M. A. von der Firma „Klicksalat.de“ an zwei Tagen allen Schülern und Lehrern zu einem Sicherheitstraining bei der Nutzung von Internet und Handy zur Verfügung, mehr als 300 Eltern kamen zu einem Vortrag in der Ederberglandhalle

Große Selbstverständlichkeit

Ein kleiner Film, Webseiten, ein paar Stichworte reichten, und der Experte für neue Medien merkte: die Schüler nutzen Handy und PC mit großer Selbstverständlichkeit, kennen sich teilweise auch sehr gut aus, sind aber dennoch im Umgang mit Urheberrechten, „gefährlichen“ Seiten, beim Chatten mit Unbekannten oder der Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken vor Gefahren nicht gefeit. Deshalb kam er sehr schnell mit ihnen ins Gespräch.

Er machte den Jugendlichen deutlich, dass jedes Surfen im Internet Spuren hinterlässt und dass persönliche Daten leicht ausgespäht werden können. „Ich rate euch, möglichst wenige Daten von euch preiszugeben, nicht alles anzugeben, ja, möglicherweise ein bisschen zu schummeln“, meinte der Medientrainer, schloss dabei allerdings seriöse Bezahldienste aus. Kabierske nannte ihnen eine Fülle von hilfreichen Seiten zum Daten- und Verbraucherschutz.

Rektor Helmut Klein, der gemeinsam mit Konrektor Rainer Gunkel das Sicherheitstraining für die Nutzer neuer Medien vorbereitet hatte, wies vor Eltern und Lehrern darauf hin, dass die neuen Medien zunehmend großen Einfluss auf das Arbeits-, Freizeit- und Sozialverhalten von Kindern nähmen, ohne dass Schule oder Elternhaus sie bei dieser Erkundung einer unermesslichen virtuellen Welt begleiten oder kontrollierten.

„Wer länger als 35 Stunden pro Woche freiwillig vor dem PC-Schirm verbringt, hat ein Suchtproblem“, erklärte Medientrainer Kabierske vor den Lehrkräften der Burgwaldschule im Versammlungsraum Cafeteria. Er vermittelte ihnen Ansätze zum Gespräch mit Jugendlichen über ihr Medienverhalten und forderte: „Will man Jugendliche vor der Computersucht bewahren oder sie daraus befreien, kann der erste Schritt nur sein, die reale Welt als attraktiv und lebenswert zu verankern und für positive Erfahrungen jenseits der Mediennutzung zu sorgen.“ (zve)

www.klicksalat.de

Quelle: HNA

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