Schreufaer Unternehmen will Tuning-Szene erobern

Tätowierung macht jede Felge zum Unikat

+
Ob filigrane Blümchen, ein Schriftzug oder dekorative Streifen: Die Firma Inox aus Schreufa ist nach Angaben der Geschäftsführer Klaus Blaschke (links) und Halil Alpaslan der einzige Anbieter geschliffener Felgentattoos. Ab Samstag stellen sie das Verfahr

Frankenberg-Schreufa - Ob Blumenmuster, stilisierte Drachen oder der Name der Freundin: Individualisten können sich in Schreufa Leichtmetallfelgen veredeln lassen.

Die Idee ist nicht neu - schon vor drei Jahren haben die Inox-Chefs Klaus Blaschke und Halil Alpaslan selbst die Felgen ihrer Autos „tätowiert“. In diesem Jahr haben beide die „Felgen-Tatoos“ auf den Messen „Aluminium 2012“ in Düsseldorf und „Euroblech 2012“ in Hannover -und sind auf große Resonanz gestoßen. „Die Leute haben Bauklötze gestaunt“, sagt Klaus Blaschke.

In der nächsten Woche müssen sie dann auch beim Auto-Fachpublikum zeigen, dass ihre Entwicklung etwas Besonderes ist - die Motorshow in Essen ist die bestimmende Messe für Autofahrer und Tuningfans. Und gerade letztere werden die verzierten Felgen lieben, sind die beiden Gründer und Geschäftsführer von Inox überzeugt.

Denn mit den Felgen-Tattoos kann sich jeder Auto- oder Motorradfahrer die Leichtmetallfelgen zum Unikat machen lassen. Auf der Internetseite bietet Inox verschiedene Dekore auf Felgen renommierter Herstellerzur Auswahl. Kunden können aber auch eigene Bildvorlagen einschicken. „Wir machen daraus Felgen, die kein anderer auf der Welt hat“; sagt Blaschke.

Mit der Schleiftechnik hat sich Inox einen Namen gemacht - nicht nur in Deutschland. „Der Exportanteil liegt inzwischen bei 40 Prozent“, sagt Klaus Blaschke. Er und Halil Alpaslan haben die Schleiftechnik verfeinert und sind auch in der Lage, anspruchsvolle Sonderwünsche umzusetzen - darüber kam auch die Idee, die Felgen zu „tätowieren“. „Inox ist ein Begriff, wenn sich um Sonderschliffe geht“, sagt Klaus Blaschke. „Diesen Namen haben wir uns erarbeitet.“

Ein ähnliches System für Felgen gebe es bislang nicht, sagen die beiden Schleifexperten. Erhältlich sind lediglich Aufkleber zur Individualisierung. „Unser System ist aber etwas für die Ewigkeit“, fügt Alpaslan hinzu.

Gerade deshalb rechnen die beiden mit großen Zuspruch gerade von Tunern, wo die Einmaligkeit des eigenen Autos eine große Rolle spielt. Doch auch für Firmen, Gruppen oder Vereine könnten Felgentatoos interessant sein, sagen beide. „Die Tattoo-Felgen sind das Sahnehäubchen für Deinen Schlitten“, heißt es in der Werbe-Broschüre, die auf der Motorshow in Essen verteilt wird.

Nach dem gleichen System wie die Felgen-Tattoos schleift Inox schon seit Jahren unterschiedliche Dekore - bislang zweidimensional, auf den Felgen auch dreidimensional. Die Ziele sind niedrig gesteckt: Etwa 400 bis 500 Felgen im nächsten halben Jahr geben Alpaslan und Blaschke als Marschrichtung vor. Denn das „Felgen-Tattoo“ ist „nur“ als weiteres Standbein neben dem bestehenden Produktportfolio gedacht. Der Aufwand ist allerdings nicht gerade gering: Pro Felge ist eine Arbeitszeit von etwa zweieinhalb Stunden nötig. Denkbar ist für die Inox-Geschäftsführer ein Vertriebsnetz über eine Zusammenarbeit mit Felgenhändlern. Bis dahin müssen Kunden noch persönlich in die Produktionsstätte im Unternehmenspark Nord kommen - oder die Felgen zuschicken.

Ein im Computer erstelltes Muster der Felge mit Bild erhalten die Kunden per Mail zur Freigabe, bevor die „Tätowierung“ dauerhaft eingeschliffen wird. „Nach der Motorshow in Essen wissen wir mehr“, sagt Klaus Blaschke. Die Zusammenarbeit mit Felgenherstellern scheiterte an der gewünschten großen Stückzahl - und ihre Idee verkaufen wollten die beiden Inox-Gründer nicht.

Kontakte zu Autoherstellern hat der Betrieb seit Jahren: Der erste Auftrag kam 2002, das Schreufaer Unternehmen fertigte damals Innenraumelemente des BMW Z4. Viele weitere Kunden aus der Automobilbranche folgten. Im vergangenen baute Inox unter anderem Elemente für einen Mercedes-Messestand (FZ berichtete).

Für ausgeschlossen halten Halil Alpaslan und Klaus Blaschke nicht, dass auch Autohersteller auf das neue Angebot aufmerksam werden und Designer zum Beispiel Elemente in Interieur und an Felgen miteinander verbinden. Die Preise richten sich nach dem Aufwand. Je filigraner das Bild, desto teurer wird die „Tätowierung“. Die Preise geben beide mit 18 bis 25 Euro je Speiche an - also etwa 125 Euro pro Felge. (da)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare