72 Aussteller in der Ederberglandhalle

Tag der Ausbildung in Frankenberg war auch Wettbewerb um Fachkräfte

+
Praxistest: Markus Schmidt (16) und sein Vater Lars Schmidt (Bildmitte) am Stand von Eisen-Finger – hier vertreten durch Kathrin Coppi und Thomas Schneider.

Frankenberg. 72 Aussteller aus Handwerk, Dienstleistung, Handel und Industrie haben sich beim „21. Tag der Ausbildung und des dualen Studiums“ in der Ederberglandhalle in Frankenberg vorgestellt. Hunderte Schüler, zum Teil mit ihren Eltern, informierten sich über Ausbildungsangebote.

„Viele Unternehmen im Landkreis haben auch für diesen Sommer noch Ausbildungsplätze frei.“ Diese Aussage trafen Vertreter von Kreishandwerkerschaft, Unternehmen, Schulen und Ausbildungsberatung am Donnerstag beim „21. Tag der Ausbildung und des dualen Studiums“ in der Ederberglandhalle.

„Die Chancen für die Jugendlichen, noch für diesen Sommer eine Lehrstelle zu bekommen, waren noch nie so gut“, sagte Björn Duen, Bildungsberater bei der Industrie- und Handelskammer Kassel. Offene Ausbildungsplätze gebe es vor allem noch im Handwerk, in der Gastronomie und im Bereich Logistik – vereinzelt auch im technischen Bereich wie bei den Metall- und Elektroberufen. „Wer sich jetzt noch bewirbt und geeignet ist, der findet auch in diesem Sommer noch einen Ausbildungsplatz“, sagte Uwe Slosinski vom Verband der Metall- und Elektroberufe an.

„Junge Schüler ohne Führerschein müssen auch die Möglichkeit haben, an ihren Ausbildungsplatz kommen zu können“, merkte Heike Fleischmann von der Agentur für Arbeit an. Dass die ganze Familie bei der Berufsauswahl nach wie vor eine große Rolle spiele, ergänzte Georg Glade von den Allendorfer Viessmann-Werken.

Im Trend seien nach wie vor die Klassiker wie Industriekaufmann, aber auch zukunftsorientierte Berufe wie der Kaufmann für E-Commerce. „Diese Ausbildung bieten wir bei Viessmann seit zwei Jahren an“, sagte Glade. Kai Bremmer von der Kreishandwerkerschaft legte den Fokus auf Praktika und Ferienjobs: „Die Jugendlichen müssen einfach probieren, das ist das Wichtigste.“

Hintergrund der vielfältigen Bemühungen um Nachwuchs: Im Landkreis mangelt es an Facharbeitern, langjährige Mitarbeiter gehen in den Ruhestand. Die Betriebe bemühen sich daher um Ersatz, der Wettbewerb um gute Köpfe wird immer größer.

Die Anzahl der Unternehmen in der Ederberglandhalle war daher rekordverdächtig, die Auswahl an Berufen und offenen Stellen ist groß: 72 Aussteller aus Handwerk, Dienstleistung, Handel und Industrie präsentierten jede Menge Informationen rund um die Berufs- und Studienorientierung. Und trotz Vorfreude auf die Ferien, die in zwei Wochen beginnen, informierten sich wieder einige Hundert Jugendliche, darunter auch schon Siebtklässler, über ihre beruflichen Möglichkeiten: Einige entschieden sich sogar spontan für ein Praktikum.

Bärbel Stübner, Ausbildungsleiterin bei der Firma Balzer, freute sich, dass in ihrem Unternehmen erstmals eine Berufskraftfahrerin ausgebildet werden kann. „Diese Stelle konnten wir durch ein Praktikum besetzen.“

Am 1. August 2020 will Luke Brand aus Frankenau seine Ausbildung bei Ewikon in Frankenberg beginnen: „Ich habe schon ein Praktikum bei Ewikon gemacht. Das hat mich überzeugt. Dort will ich nun meine Ausbildung machen.“ Auf der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz war auch Anna-Lena Wiegand aus Holzhausen: „Hier habe ich gute Anregungen bekommen.“ Sie will nun eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare