Tanja und Peter Schnell halten 6000 Hühner auf ihrem Bioland-Hof

Bio-Eier von glücklichen Hühnern: Tanja und Peter Schnell aus Neukirchen, hier mit ihren Söhnen Nero (links) und Franco, halten Hühner der Rasse „Lohmann Brown“. Foto: Battefeld

Neukirchen. Gerade zu Ostern ist vielen Kunden die Farbe der gekauften Hühnereier gar nicht einerlei: Oftmals greifen die Verbraucher gezielt zu weißen Eiern, weil sie der Meinung sind, dass diese sich besser färben lassen.

Für Tanja Schnell, die mit ihrem Mann Peter einen Bioland-Hof in Lichtenfels-Neukirchen betreibt und deren 6000 Hühner allesamt braune Eier legen, ist das aber kein Grund, über eine Umstellung nachzudenken: „Wir haben uns ganz bewusst für eine braun-legende Rasse entschieden, weil diese Hühner viel robuster und auch nicht so anfällig für Krankheiten sind“, erklärt Diplom-Ingenieurin Tanja Schnell. Und ihr Mann stellt klar: „Nur wegen Ostern schaffen wir uns jetzt keine anderen Hühner an“.

„Zu Ostern wollen plötzlich alle weiße Eier“, bestätigt auch der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Matthias Eckel, gegenüber der HNA. Dabei würden die meisten sonst zum Frühstück lieber braune Eier essen. „Weil die wahrscheinlich natürlicher und eher nach ‘Bio‘ aussehen“, vermutet Eckel.

Auf Schnells Hühnerhof sehen die braunen Eier nicht nur nach „Bio“ aus, sie sind auch garantiert biologisch, da die Legehennenhaltung streng nach Bioland-Richtlinien erfolgt und zertifiziert ist.

Die Hühner sind in großzügigen Ställen mit jederzeit zugänglichen Weideflächen untergebracht und können den ganzen Tag über kratzen, scharren oder Staubbäder nehmen. Sie haben sogar einen „Wintergarten“, in dem sie sich bei schlechtem Wetter die Zeit vertreiben können.

„Hühner verbringen einen großen Teil des Tages mit Picken. Deswegen haben wir im Wintergarten Strohballen aufgehängt, die sie nach Herzenslust zerfleddern können“, berichtet Tanja Schnell, die die Eier zum größten Teil über eine Erzeugergemeinschaft an eine Supermarktkette verkauft. „20 bis 25 Prozent vermarkten wir über regionale Naturkosthändler sowie Bäcker und Metzger. Zudem verkaufen wir natürlich auch ab Hof“, sagt die zweifache Mutter. Seit drei Jahren biete sie außerdem Eiernudeln aus eigener Herstellung an.

Das Argument des besseren Farbergebnisses bei weißen Eiern lassen Schnells übrigens nicht gelten: „Auch braune Eier lassen sich gut einfärben. Wenn man zum Beispiel Zwiebelschalen nimmt, klappt das sogar noch besser als mit weißen Eiern“, sagt Tanja Schnell.

Die Gefiederfarbe gebe nicht immer Aufschluss auf die Farbe der Eierschale. Die hänge vielmehr von der Farbe der Ohrscheibe ab, erklärt die Neukirchenerin.

So sieht laut Betreiberin Tanja Schnell ein Tagesablauf der Hühner auf dem Bioland-Hof Schnell in Neukirchen aus:

1. Stunde (Lichtbeginn): Körperpflege, Gehen, Laufen, Flattern, Scharren und Futterpicken, vereinzelte Deckakte.

2. bis 6. Stunde: Nestsuche und Nestinspektion, Nestbezug, Eiablage.

6. bis 9. Stunde: Sonnenbaden, Staubbaden, Ruhen auf erhöhten Sitzstangen, Körperpflege,

9. bis 13. Stunde: Futtersuche, Futterjagen, Gehen, Laufen, Flattern, Soziale Interaktionen: Kämpfen, Balzverhalten, Deckakte.

13. bis 16. Stunden: Hahn treibt Hennen auf erhöhte Sitzstangen, Übernachten auf erhöhten Sitzstangen.

Quelle: HNA

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