Berufungsprozess vor Marburger Landgericht

Tankstellenräuber: Statt Haft nun Therapie

Frankenberg/Kassel. Zwei junge Männer aus Frankenberg, die im Januar an drei Tankstellenüberfällen in Kassel beteiligt waren, können den Gang in eine Therapie antreten.

Bis zu deren Beginn bleiben sie in Haft. Dies ist das Ergebnis eines Berufungsverfahrens vor dem Marburger Landgericht am Mittwoch.

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Die zur Tatzeit 19-Jährigen hatten im Januar gemeinsam mit zwei Jugendlichen drei Tankstellen innerhalb weniger Tage überfallen. Dafür waren sie in erster Instanz zu Jugendstrafen von zwei Jahren und vier Monaten beziehungsweise zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden.

Der Verteidiger eines der beiden Täter hatte zunächst eine geringere Strafe gefordert, zog diese nach deutlichen Worten des Richters jedoch zurück. Der nun 20-jährigen Angeklagte tritt nun Anfang Oktober eine dreimonatige Therapie an, dort geht es um die Bekämpfung seines Alkoholproblems und die Aufarbeitung der Taten.

Der zweite Angeklagte, ebenfalls 20 Jahre alt, tritt am 10. Oktober seine Therapie an. Für ihn erreichte der Anwalt, dass sein Strafmaß von zwei Jahren und acht Monaten insgesamt gleich blieb, obwohl mittlerweile noch eine achtmonatige Jugendstrafe wegen Computerbetrugs, begangen vor den Kasseler Taten, hinzugekommen war.

Somit war auch für ihn die Voraussetzung für eine Therapie - unter Anrechnung der Untersuchungshaft eine Reststrafe von weniger als zwei Jahren - erfüllt.

Absolvieren beide Täter ihre Therapie erfolgreich, wird der Rest ihrer Strafen zur Bewährung ausgesetzt - sie können also in wenigen Monaten wieder auf freiem Fuß sein.

Noch ist es allerdings nicht soweit: Den Antrag beziehungsweise Wunsch auf Haftentlassung bis zum Antritt der Therapie lehnte das Gericht für beide ab. Die jungen Männer sollten in diesen wenigen Tagen vor der Therapie nicht doch wieder in Freiheit durch Alkohol und Drogen in Versuchung geführt werden, so der Vorsitzende Richter. (mam)

Quelle: HNA

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