Krishna und Gita Kumar begeistern Schüler

Tanzen wie in Indien

Erzählen Geschichten nur durch Tanz, Gestik und Mimik: Krishna und Gita Kumar leben in Indien und kommen jedes Jahr für eine Tournee nach Deutschland. Foto: Wenzel

Frankenberg. Eine Geschichte erzählen, ohne ein Wort zu verlieren: Damit haben Krishna und Gita Kumar Kinder der Grundschule in Bottendorf sowie der Kegelbergschule und der Friedrich-Trost-Schule in Frankenberg begeistert.

Das Paar macht klassisches indisches Tanztheater und nimmt das Publikum mit auf eine Reise in die indische Kultur. Das Tanztheater ist vor über 2000 Jahren in den Tempeln entstanden. Heute ist es eine öffentliche Bühnenkunst. Der Tanz besteht aus zwei Elementen: Zum einen aus dem reinen Tanz mit Tanzschritten und Bewegung, und zum anderen aus Pantomime. Fünf bis sieben Jahre Ausbildung brauche es, bis man das Tanztheater wirklich beherrsche. Gita Kumar ist mit 20 Jahren von Deutschland nach Indien gegangen und lernte dort ihren heutigen Mann Krishna kennen, der sie das Tanzen lehrte. „Die Inder sind stolz, dass ich ihre Kultur lerne“, berichtete die Tänzerin.

Auf Tournee in Deutschland

Seit vier Jahren lebt das Paar in Indien, doch jeden Sommer kommen sie nach Deutschland und gehen auf Tournee. „Wir wollen zur Völkerverständigung beitragen und auch zeigen, was man mit dem Körper machen kann. Durch Videospiele und Fernseh geht diese Kunst verloren“, sagte Gita Kumar. Mit dem verdienten Geld aus den Tanzaufführungen engagieren sich die Kumars auch sozial und bauen zum Beispiel zerstörte Schulen wieder auf.

An der Kegelbergschule in Frankenberg sowie der Grundschule in Bottendorf zeigte das Paar das indische Märchen „Die Sonnenkönigin Kasingi“, auch „Wie das Gewitter entstand“ genannt. In dem Märchen geht es um ein Mädchen, dass von einer Tigerin aufgezogen wird. Eines Tages muss sie fliehen, weil andere Familienmitglieder sie töten wollen. Sie landet dann bei einem Krötenzauberer, der sie nach langen Diskussionen aufnimmt. Weil sich das Mädchen schlecht behandelt fühlt, flieht sie, um einen Zauberbaum zu suchen, der sie in den Himmel bringt. Gita Kumar erzählte die Geschichte im Vorhinein, während ihr Mann ein paar Bewegungen vorführte. Danach folgte die Geschichte durch Tanz und Pantomime erzählt.

Kulturen kennenlernen

„Die Kinder sollen einen Eindruck von anderen Kulturen bekommen“, sagte Kieran Schmidt, Schulleiter der Grundschule Bottendorf. Das indische Tanztheater sei nicht mit dem deutschen Theater zu vergleichen. Die Mimik und Gestik sei einzigartig. „Der Aspekt, sich über Mimik und Gestik über Kulturen hinweg zu verständigen, war interessant für die Kinder“, sagte Harald Vogler, Leiter der Kegelbergschule.

Von Lena Wenzel

Quelle: HNA

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