Unternehmen gibt Standort Frankenberg auf

Tegut schließt Markt nach 33 Jahren

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Nach 33 Jahren jetzt das Aus für den in die Jahre gekommenen Tegut-Markt in der Auestraße: Das Unternehmen zieht sich nach dem 1. November aus Frankenberg zurück – wegen „veränderten Wettbewerbs“.

Frankenberg - Viele neue Märkte entstehen derzeit in Frankenberg - ein alter verlässt die Stadt. Tegut sieht unter den aktuellen Bedingungen keine Zukunft in Frankenberg. Letzter Verkaufstag in der Auestraße ist der 1. November.

Viele Produkte­ aus Hessen und Thüringen, ein hoher Bio-Anteil, auch exotischere Waren - so kennen die meisten Kunden Tegut. Und wer in einem der Supermärkte des Fuldaer Handelsunternehmens einkauft, tut es meist aus genau diesen Gründen. Auch in Frankenberg ist das so. Wer also nach genau dieser Art von Produkten sucht, hat es ab dem Weihnachtsgeschäft schwerer in der Illerstadt: Am 1. November schließt der Supermarkt in der Auestraße zum letzten Mal seine Türen auf.

„Der Wettbewerb hat sich in Frankenberg in den vergangenen Jahren stark verändert“, sagt Stella Kircher aus der Unternehmenskommunikation des Einzelhändlers. Insbesondere der in unmittelbarer Nähe entstehende, neue Herkules-Markt und die ebenfalls im „Frankenberger Tor“ geplante Rossmann-Filiale geben dem Unternehmen offenbar zu denken. Aber auch das im Bau befindliche Penny in der Bottendorfer Straße und der nur wenige Jahre alte Netto in der Ruhrstraße würden die Situation erschweren. „Deshalb haben wir uns entschlossen, den Standort zu verlassen“, sagt Kircher.

Neubau nicht rentabel

Seit 1981 ist Tegut, damals noch HaWeGe, in der Auestraße ansässig. „Und leider ist der Markt auch auf diesem Stand“, kritisiert Kircher. Mit dem Vermieter der 1100 Quadratmeter großen Fläche habe es Gespräche für eine umfassende „Revitalisierung“ gegeben, also eine Sanierung des Marktes. Pressesprecherin Kircher: „Aber die blieben leider erfolglos.“ Da Frankenberg durchaus eine lohnenswerte Stadt für Tegut sei, habe die Idee eines Neubaus im Raum gestanden. Da aber macht die Frankenberger Liste dem Unternehmen einen Strich durch die Planungen: „Wenn wir nur bis zu 800 Quadratmeter Verkaufsfläche bauen dürfen, ist so ein Markt nicht rentabel zu betreiben“, erklärt Kircher.

So wie der Supermarkt derzeit aussieht, passe er aber nicht mehr zum Selbstverständnis des Unternehmens, das auch preislich eher im höheren Niveau spielt. „Wenn es in allen Läden viel besser aussieht als bei uns, kann man das dem Kunden nicht erklären“,. sagt Kircher. So sei nur ein Schritt geblieben: den Mietvertrag, der ohnehin in den vergangenen Jahren nur auf Jahresbasis verlängert wurde, auslaufen zu lassen. „Es ist schon sehr schade, dass uns hier so viele Steine in den Weg gelegt werden“, kritisiert sie die Stadt.

Dennoch bestünde weiterhin Interesse an Frankenberg: „Wenn sich die äußeren Rahmenbedingungen ändern“, spricht sie die Frankenberger Liste an, „dann wollen wir uns Gesprächen zum Thema sicherlich nicht verschließen.“

Gespräche mit Mitarbeitern

Während für die regelmäßigen Kunden der Schritt des Einzelhandelsunternehmens sicherlich schmerzhaft ist, können die 17 Mitarbeiter aufatmen. „Wir sind mit allen Kollegen im Gespräch, um sie in anderen Märkten der Region einzusetzen“, sagt sie. Stella Kircher nennt etwa Bad Wildungen oder Marburg. Ob aber die Kundschaft bereit ist, so weit zu pendeln, ist zumindest fraglich.

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