Frankenberg: Drei neue Einsatzfahrzeuge in Dienst gestellt

Teurere Rettungswagen sparen Geld

+
Kreisgeschäftsführer Christian Peter, Rettungsdienstleiter Christian Neuhaus und sein Stellvertreter Jens Köster mit einem der drei neuen Rettungswagen.Foto: Mark Adel

Frankenberg - Der DRK-Rettungsdienst hat drei neue Einsatzfahrzeuge in Betrieb genommen. Die Rettungswagen der neuen Generation sind in der Anschaffung vergleichsweise teuer, sollen langfristig aber Ausgaben einsparen.

Die neuen Fahrzeuge lösen sechs bis zehn Jahre alte Rettungswagen ab, die nach 250.000 bis 300.000 Kilometern außer Dienst gestellt werden. Einer der Wagen bleibt als Reservefahrzeug erhalten. Der Rettungsdienst hat den Aufbau-Hersteller gewechselt. Der Grund: Der Koffer mit dem Patientenraum soll in sechs Jahren auf ein neues Fahrgestell aufgesetzt werden. Das würde zu einer erheblichen Kostenersparnis führen, weil kein neuer Kofferaufbau nötig ist – er ist für einen Großteil der Kosten in Höhe von 125.000 Euro verantwortlich.

Inklusive der Ausstattung, die aus den vorhandenen Fahrzeugen übernommen wird, betragen die Kosten sogar 200.000 Euro – je Wagen. Erfahrungsgemäß seien die Koffer mit dem Patientenraum nach sechs Jahren noch gut nutzbar, erklärt Rettungsdienstleiter Christian Neuhaus.

Das Fünf-Tonnen-Fahrgestell wird mit einem Sechs-Zylinder-Motor angetrieben, der 190 PS leistet. Die alten Vier-Zylinder-Motoren waren 160 PS stark. Die neuen Wagen sind allerdings etwas schwerer – auch wegen des stabileren Kofferaufbaus. Zuletzt hatte der Kreisverband im Jahr 2011 neue Rettungswagen gekauft. Auch die neuen Fahrzeuge basieren auf Mercedes Sprintern. Die Ausrüstung im Patientenraum ist fast identisch. Äußerlich sind die beiden Fahrzeugtypen erst auf den zweiten Blick zu unterscheiden. Am auffälligsten ist die neue Warnmarkierung am Heck.

„Die Inbetriebnahme der Fahrzeuge muss gut vorbereitet sein“, erklärt der stellvertretende Rettungsdienstleiter Jens Köster. Die Bestandfahrzeuge werden nachmittags außer Dienst gestellt, das neue Fahrzeug muss am nächsten Morgen mit dem umgebauten und umgeräumten Material wieder einsatzbereit sein. Für den Aufbau gibt es kreisweit einheitliche Richtlinien. Die Rettungswagen sind auf den Wachen in Frankenberg, Haina und Laisa stationiert. Tagsüber sind fünf Fahrzeuge einsatzbereit, nachts drei.

Die Mitarbeiter konnten Vorschläge machen, wie ihr rollender Arbeitsplatz eingerichtet sein soll: Sie sprachen sich unter anderem für einen Fußtaster aus, über den das Martinshorn geschaltet wird. Die Signalanlage wird über Pressluft betrieben. Das soll die Sicherheit im Verkehr erhöhen. Weitere Verbesserungen gegenüber den alten Fahrzeugen sind unter anderem ein neues Heizungssystem für den Patientenraum, eine Rückfahrkamera und mehr Staufächer. So sind die Helme in einem von außen zugänglichen Fach untergebracht.

Viele der Sonderausstattungen sind nicht vorgeschrieben: Zum Beispiel die zusätzliche, ausfahrbare Trittstufe am Heck. Wäre sie nicht vorhanden, müssten Patienten vom Tragestuhl erst auf die Trage umgebettet werden, um sie zu verladen.

Die Kostenträger, also die Krankenkassen, bezahlen solchen „Luxus“ nicht – doch weil Rettungsdienstleiter Christian Neuhaus und sein Stellvertreter Jens Köster selbst noch in den Rettungswagen fahren, wissen sie, was im Alltag nötig ist. Ein weiteres Problem der Frankenberger Retter: Die Fahrzeuge müssen viele Kilometer absolvieren, weil sie oft mit Krankentransporten in Kliniken nach Kassel oder Marburg fahren. Höhere Zuschüsse bekommen sie aber nicht, obwohl die Wagen in Ballungsgebieten deutlich weniger fahren und deshalb in der Unterhaltung günstiger sind.

„Wir könnten die Fahrzeuge minimalistischer ausstatten“, erklärt Kreisgeschäftsführer Christian Peter. „Dann hätten wir aber auch schlechtere Arbeitsbedingungen.“ Auch die Patienten würden von dem höheren Niveau profitieren. Er hofft nun, dass die Aufbauten mindestens einmal auf ein neues Fahrgestell umgesetzt werden können – das würde die neuen Fahrzeuge wesentlich wirtschaftlicher machen als die Vorgängermodelle.

Die nächsten Fahrzeuge sollen im Jahr 2017 ausgetauscht werden.

Von Mark Adel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare