Regisseur Erich Reitz spricht im Interview über sein Stück "Philipp, der Großmütige"

Theater in historischer Kulisse

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Autor und Regisseur Erich Reitz (Mitte, in der Rolle des Jägers) mit (v.l.) Chronist Valentinus (Harald Henkler), Bänkelsänger (Gilbert Witt-Heuhoff), Hans Huth (Rainer Lange) und Schankwirt (Klaus Pohlmann) mit der Fahne des Wiedertäufers, die Hans Huth aus blutigem Gemetzel gerettet hat. Die Aufschrift besagt: „Gottes Wort in Ewigkeit“. Foto: Pschera

Burgwald-Bottendorf - Der Heimat- und Kulturverein Bottendorf führt nächste Woche am Wolkersdorfer Teich das Theaterstück "Philipp der Großmütige" auf. Autor und Regisseur Erich Reitz (66) erläutert im Interview mit Martina Biedenbach den Stand der Vorbereitungen.

Herr Reitz, das ist ja ein Großprojekt, was Sie und der Heimatverein sich vorgenommen haben. Sind Sie nervös?

Erich Reitz: Na ja. Manchmal gehe ich nachts die einzelnen Szenen gedanklich durch, statt zu schlafen. Meine Frau Marianne hilft mir, den Stress zu reduzieren.

Wie ist der Stand der Vorbereitungen nach der Generalprobe?

Danach haben wir noch Zeit, das ein oder andere zu verbessern. Nächsten Mittwoch wird das Zelt für die Zuschauer aufgebaut. Wir haben ein fantastisches Team, sowohl bei den Schauspielern als auch was die Organisation und Technik angeht.

Was sind die größten Herausforderungen?

Für mich als Regisseur war die Entscheidung bei der Besetzung der einzelnen Rollen am schwierigsten - und die Darsteller, die ja alle Laien sind, darin zu bestärken, dass sie der Rolle auch gewachsen sind, sie anzuspornen. Mittlerweile haben sie sich toll in ihre jeweilige Rolle eingefügt. Für den Heimatverein insgesamt war die Klärung von 1000 technischen und organisatorischen Fragen schwierig: vom Bau der Bühne über die Beleuchtung bis hin zu dem Zeltaufbau und der Bewirtung.

Wie haben Sie die Proben aufgebaut?

Wir haben mit dem Proben im April im DGH Bottendorf begonnen, zunächst die Texte eingeübt, dann die einzelnen Szenen. Erst später haben wir begonnen, am See zu üben.

Eine Bühne am Wolkersdorfer Teich, das ist schon ein besonderer Ort...

Wir sind alle fasziniert von dem Spielort. Nicht nur, weil er in Nachbarschaft des ehemaligen Schlosses von Landgraf Philip liegt, sondern auch wegen der Landschaft und der Natur, die besonders in der Abendsonne wunderbar zur Geltung kommt. Und eine Entenfamilie begleitet vom Teich aus alle unsere Proben. Außerdem ermöglicht uns diese Bühne am Teich, mit einem Pferdefuhrwerk aufzufahren und ein kleines Feuerwerk zu zünden.

Sie selbst waren von Beruf Förster und sind als Regisseur ein Laie. Wie haben Sie sich vorbereitet? Haben Sie Seminare besucht?

Nein, ich mache alles aus dem Bauch heraus. Mir hilft natürlich die Erfahrung von der Aufführung meines ersten Stückes „Die weiße Frau von der Linnermühle“ im Jahr 2008. Seither sehe ich mir Theateraufführungen ganz anders an, überlege dabei immer, wie ich die Szenen anlegen würde.

Haben Sie den Inhalt Ihres Stücks über Philipp den Großmütigen während der Proben noch verändert?

Ja. Ich hatte zum Beispiel in der Szene der Homberger Synode zwischen Philipp I, Kanzler Feige und Nikolaus Ferber zum Teil Originalzitate eingebaut. Da haben mir die Schauspieler gesagt, dass diese zu schwierig zu sprechen seien und sie selbst sie kaum verstünden. Das habe ich vereinfacht. Und zur Auflockerung habe ich die Rolle des Schankwirts eingebaut. Er ist der Einzige, der Bottendorfer Platt spricht. Aber keine Sorge, auch Nichtmundartsprecher verstehen ihn.

Was versprechen Sie den Zuschauern, die zum Theater nach Bottendorf kommen?

Einen amüsanten Theaterabend in einmaliger Umgebung.

Aufführungstermine sind am Freitag, 17., und Samstag, 18. Juli, jeweils um 20 Uhr. Eine weitere Aufführung beginnt am Sonntag, 19. Juli, um 16 Uhr. Kartenbestellungen sind möglich per E-Mail an die Adresse 
 Karten@Heimat-Kulturverein.Bottendorf.net. Vorverkaufsstellen sind in Frankenberg die Buchhandlung Jakobi und die Volksbank Mittelhessen, in Bottendorf die Sparkasse und Frankenberger Bank, Bäckerei Theiss und Edekamarkt Döls.Karten im ersten Rang kosten 15 Euro, im zweiten Rang 12,50Euro. (mab)

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