Theater am Teich

Drama über das Leben von Landgraf Philipp wird in Bottendorf aufgeführt

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Philipp, der Großmütige

Bottendorf. Die Idee für sein zweites Theaterstück kam Erich Reitz schon, als er 2007 sein erstes Schauspiel, „Die Weiße Frau von der Linnermühle," verfasste.

In dem Stück tritt Philipp, der Großmütige auf. Diese schillerende historische Figur des hessischen Landgrafen - Vorkämpfers der Reformation und Mann mit zwei Ehefrauen - faszinierte den Bottendorfer.

Nach dem Erfolg seines ersten Stücks, das Reitz 2008 zusammen mit dem Heimat- und Kulturverein Bottendorf auf der Linnermühle aufführte, machte er sich an den nächsten Stoff. „Philipp hat Maßstäbe gesetzt: durch seinen Einsatz für die Reformation, Gründung der Hohen Hospitäler und der Uni Marburg. Die Konfirmationsordnung geht auf ihn zurück“, nennt Reitz einige Aspekte vom Wirken des Landgrafens.

Wolkersdorfer Teich wird zur Bühne: Autor Erich Reitz rezitiert einen Ausschnitt aus seinem Theaterstück „Philipp, der Großmütigen in Wolkersdorf“, das der Heimat- und Kulturverein Bottendorf im Juli 2015 am Wolkersdorfer Teich aufführt. Foto: Biedenbach

Interessant findet der Autor auch die Widersprüche des Landgrafen, der an der Schwelle vom Mittelalter zur Renaissance gelebt hat. „Er war Wohltäter und Feudalherr, setzte sich für die Reformation ein und war Frauenheld.“

Nach sieben Jahren Vorarbeit schrieb er sein neues Schauspiel dann in nur vier Wochen nieder - im März, als er sich bei einer Reha in Reinhardshausen von einer Knieoperation erholte. „Da war ich nicht abgelenkt und konnte dran bleiben.“ Er nutzte alle freie Zeit zwischen den Anwendungen, um zu schreiben. Manchmal vergas er sogar das Abendessen.

Nun ist das Schauspiel „Philipp, der Großmütige in Wolkersdorf“ fertig. Es umfasst drei Akte und stellt das Leben des Landgrafen dar, der 1504 in Marburg geboren wurde und 1567 in Kassel starb und der schon als 13-Jähriger Regierungsverantwortung übernahm. Höhepunkt sind dabei das Marburger Religionsgespräch mit Luther, Melanchthon und Zwingli und natürlich die Schwierigkeiten seiner Doppelehe mit Christine von Sachsen und Margarethe von der Saale. Dass Luther diese Doppelehe genehmigt habe, weil der Landgraf drei Hoden hatte, - für diese überlieferte Geschichte hat Reitz bei seinen Studien allerdings keine Betätigung gefunden.

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Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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