Frankenberg

Tief beeindruckt vom Heiligen Land

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- Frankenau (apa). „Am See Genezareth blühen die Rosen, in den Bergen von Jerusalem die Tulpen und die Mandelbäume und im ganzen Land werden die reifen Zitrusfrüchte geerntet“, schwärmt Pfarrerin Henriette Quapp-Wahl.

38 Reisende aus vier Kirchenkreisen und acht Kirchengemeinden waren für acht Tage im Heiligen Land auf den Spuren Jesu unterwegs, haben die Geburtskirche in Bethlehem bei Jerusalem und die Orte seines Wirkens in Galiläa rund um den See Genezareth besucht. „Wir sind wohlbehalten nachts in Frankenau wieder angekommen, haben tiefe Eindrücke, viel Sonne getankt, gelacht, gesungen und gebetet“, sagt Pfarrer Harald Wahl, der die Pilgerfahrt vorbereitet und geleitet hatte. „Das war eine wunderbare Reise im Geiste Jesu.“

Einer der Höhepunkte der Reise war der Besuch der im militärischen Sperrgebiet zu Jordanien liegenden Taufstelle Jesu nahe der Oasenstadt Jericho. In Jerusalem konnte die Gruppe einen Gottesdienst in der deutschsprachigen Erlöserkirche feiern und sich mit Propst Dr. Uwe Gräbe, dem evangelischen Bischof für Israel, Palästina und Jordanien, austauschen. Er hat mit Pfarrerin Henriette Quapp-Wahl studiert. Die Reisegruppe hatte ein volles Programm: Jeden Tag standen die Pilger bei Sonnenaufgang um sechs Uhr auf, um halb acht verließ die Gruppe mit dem Bus das Hotel, abends um sechs kehrte sie zurück. Damit die Teilnehmer die Erlebnisse ein wenig verarbeiten konnten, waren alle Abende, bis auf einen, frei – nur einmal nahm die Gruppe an einem Shabbat-Gottesdienst in der liberalen Hauptsynagoge teil, mit mehr als 1000 weiteren Besuchern, nach Männern und Frauen getrennt. „Das war sehr beeindruckend“, berichtet Wahl und erzählt von Kindern und jungen Familien „ohne Ende“, die dort teilnahmen.

Für die Reisenden gab es mehrere Ziele und Erlebnisse, die besonders beeindruckend waren, auch wenn die meisten Pilger sich gründlich auf die Reise vorbereitet hätten. Für Luise Bittner aus Frankenberg zum Beispiel war besonders der Besuch der Gefängnisse bewegend. Die Gruppe wandelte nicht nur auf dem Leidensweg Christi, sondern besichtigte auch das Gruppengefängnis und die Einzelhaft, in denen Jesus die Zeit vor der Kreuzigung verbracht hat. Die Umgebung, die Felshöhlen und die riesigen behauenen Felsen ließen eine Vorstellung davon zu, wie es vor 2000 Jahren dort ausgesehen hat. Für Edelgard Kraus und viele weitere Pilger war der Besuch im Garten Gethsemane, in dem Jesus verraten wurde, ebenfalls sehr emotional. „Dort wachsen riesig dicke Olivenbäume“, berichtet Pfarrer Wahl. „Sie sind dicker als ein Schreibtisch, und man hat dadurch das Gefühl, die Bäume standen da schon, als Jesus da war“. Das sei vielen sehr nahegegangen. Eines könne „kein Mensch im Leben niemals vergessen“, berichtet Wahl: den Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, wo an die ermordeten Kinder erinnert wird.

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